Dann werden auf dem Neumarkt sowie dem Theaterplatz jeweils zwei 1,70 Meter hohe und neun Meter breite Schriftzüge »Chemnitz« dauerhaft aufgestellt. Gestaltet wurden sie, ähnlich wie die Friedensbanner, von denen es inzwischen 346 Stück gibt, von Schülerinnen und Schülern, die ihre persönlichen Friedensbotschaften hinterlassen.
Friedensbotschaften ganz nah
Die Idee für die Holzplatten unter dem Motto »Chemnitz ist bunt« kam Gerald Richter übrigens beim Besuch in Trnava, der Nachbarstadt der Kulturhauptstadt Trencin (Slowakei). »Wir haben inzwischen 346 Friedensbanner. Und für mich war die Frage, soll das ewig so weitergehen, da wir ja ohnehin nicht alle Banner jedes Jahr aufhängen können?«, fragt der Initiator der Aktion C.
Das neue Projekt nun bringt das Bannerprojekt, das im Kulturhauptstadtjahr mit dem Weltrekord als größtes Jugendkunstprojekt endete, quasi nach unten. »Jeder Buchstabe ist eine persönliche Friedensbotschaft. Bisher hingen die Banner hoch oben am Rathaus, an der Galerie Roter Turm und an der Oberschule am Hartmannplatz. Nun kommt die Botschaft auf die Straße.«
Auf die Buchstaben kommen Themen, die die Jugendlichen umtreiben: Müllvermeidung und Wehrpflicht, die Selbstbestimmung der Frau und die Bedrohung von Tierarten durch den Menschen. Bis zum 5. März 2027 müssen die Buchstaben fertig bemalt und auf den Sockelfüßen montiert sein, denn zum Friedenstag werden sie präsentiert. Die vertrauten Banner werden ebenfalls wieder aufgehängt. Das neue Projekt finanziert sich privat und ohne Fördermittel.
Am André-Gymnasium nutzten die Schülerinnen und Schüler des KunstLeistungskurses Klasse 12 sogar die Herbstferien, um an ihren Werken weiterzuarbeiten. Adele Wolff bemalt ihren Buchstaben zu Krieg und Bildung. »Das sind die Themen, die mir wichtig sind«, sagt die 18-Jährige. An den Gedanken, dass ihr Kunstwerk bald öffentlich zu sehen sein wird, musste sie sich erst gewöhnen. »Aber es ist eine große Ehre und ich bin sehr dankbar, dabei zu sein.