Das Chemnitzer Viadukt ist mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis 2026, dem Staatspreis der Bundesrepublik Deutschland für herausragende Ingenieurbaukunst, ausgezeichnet worden. Dr. Olaf Joachim, Staatssekretär im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), überreichte den Preis am 14. Oktober 2026 im Rahmen der feierlichen Preisverleihung in der Akademie der Künste am Pariser Platz in Berlin.
Der Staatspreis geht an das Ingenieurbüro KREBS+KIEFER Ingenieure GmbH und die DB InfraGO AG als Bauherrin.
Mit dem Deutschen Ingenieurbaupreis würdigen das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen und die Bundesingenieurkammer herausragende Leistungen des Ingenieurbaus. Die diesjährige Preisverleihung verdeutlicht, welche zentrale Rolle Ingenieurinnen und Ingenieure bei der Gestaltung, Erhaltung und Weiterentwicklung unserer gebauten Umwelt spielen.
Staatssekretär Dr. Olaf Joachim: „Die Preisverleihung richtet das Scheinwerferlicht auf die Ingenieurbaukunst, über die unser Land verfügt. Sie macht die ganze Bandbreite an Wissen und Erfahrung deutlich, mit der Ingenieurinnen und Ingenieure tagtäglich dafür sorgen, dass Straßen, Brücken, Schienen und Gebäude erhalten bleiben und errichtet werden. Und sie zeigt die Innovationskraft, mit der diese klugen Köpfe aktuelle Herausforderungen annehmen und in ihren Projekten umsetzen.
So bildet der Einsatz nachhaltiger Rohstoffe und der effiziente Umgang mit Ressourcen einen Schwerpunkt in vielen Bauvorhaben. Dabei spielen der Erhalt von Bausubstanz, die Verwendung innovativer Baustoffe und die Anwendung moderner Methoden wie der digitalen Planung eine wesentliche Rolle. Mit ihrem besonderen Engagement nehmen die Preisträgerinnen und Preisträger, aber auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Wettbewerbs eine Vorbildfunktion ein.“
Dr.-Ing. Heinrich Bökamp, Präsident der Bundesingenieurkammer: „Die ausgezeichneten Projekte zeigen die ganze Bandbreite dessen, was Ingenieurinnen und Ingenieure leisten: Sie erhalten unsere Infrastruktur, entwickeln innovative Konstruktionen und verbinden technische Exzellenz mit Nachhaltigkeit. Das Chemnitzer Viadukt ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie wir den Bestand zukunftsfähig machen können. Gleichzeitig freut es mich besonders, mit dem Nachwuchspreis junge Ingenieurinnen und Ingenieure und ihre innovativen Ideen auszuzeichnen. Sie gestalten den Ingenieurbau von morgen.“
Chemnitzer Viadukt: Ingenieurbaukunst im Bestand
Das Chemnitzer Viadukt überzeugte die Jury insbesondere durch den konsequenten Ansatz des Bauens im Bestand. Das denkmalgeschützte Eisenbahnviadukt wurde mit gezielten Ertüchtigungsmaßnahmen und dem Ersatz einzelner Bauteile instandgesetzt und zugleich an die heutigen und künftigen Anforderungen des Bahnverkehrs angepasst.
Die Ingenieurleistung verbindet damit den Erhalt historischer Bausubstanz mit den Anforderungen moderner Infrastruktur. Statt das bestehende Bauwerk durch einen Neubau zu ersetzen, wurde seine Substanz analysiert, gezielt ertüchtigt und für die weitere Nutzung qualifiziert. Das Projekt zeigt damit beispielhaft, wie Ingenieurinnen und Ingenieure durch präzise Planung und innovative technische Lösungen dazu beitragen können, Ressourcen zu schonen und die Lebensdauer bestehender Infrastruktur zu verlängern.
Gerade angesichts des erheblichen Sanierungsbedarfs bei Brücken und anderen Ingenieurbauwerken gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Das Chemnitzer Viadukt steht damit beispielhaft für zentrale Zukunftsaufgaben des Ingenieurbaus: Bestehendes zu erhalten, technisch weiterzuentwickeln und langfristig an neue Anforderungen anzupassen.
Quelle: Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen