Der Delegation gehörten Yahia Tandina, Vorsitzender der Sonderkommission der Kommunalverwaltung Timbuktu, und Haoua Touré, offizielle Partnerin der Kommune Timbuktu für Müllentsorgung und Recycling, an. Sie wurden begleitet von Marcel Maiga, Beauftragter des Bürgermeisters für die Beziehungen mit Chemnitz und Mitglied des Vereins zur Partnerschaft Chemnitz Timbuktu e. V.
Die Delegation war vom 28. September bis 3. Oktober in Deutschland, um am Vernetzungstreffen der deutschwestafrikanischen Kommunalpartnerschaften in Bonn teilzunehmen. Nach einem fachlichen Austausch mit anderen deutsch-westafrikanischen Kommunalpartnerschaften reiste die Delegation am 30. September weiter nach Chemnitz.
Auf Wunsch der Verwaltung Timbuktus besuchten sie den ASR, um einen Einblick in die Abfallwirtschaft der Stadt Chemnitz und in die Methoden des Recyclings erhalten. Außerdem besuchten sie Schülerinnen und Schüler einer elften Klasse in ihrem Französischunterricht im Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium.
Ziel des Aufenthalts in Chemnitz war es, mögliche Kooperationsprojekte auszuloten. Am Freitag empfing Oberbürgermeister Sven Schulze die Delegation im Rathaus zu einem abschließenden Gespräch. Bereits im November vergangenen Jahres, anlässlich des Finales der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025, war eine Delegation aus Timbuktu zu Gast. In einer Veranstaltung in der Stadtwirtschaft sprachen die Malier mit Chemnitzerinnen und Chemnitzern und berichteten vom Leben in Timbuktu.
Hintergrund
Die Stadt Chemnitz hatte sich im Frühjahr 2026 erfolgreich um die Teilnahme am Vernetzungstreffen der deutschwestafrikanischen Kommunalpartnerschaften in Bonn beworben. Finanziert wurde die komplette Reise der Gäste von Engagement Global mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Zuletzt nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Chemnitz und Mali im Jahr 2016 an einer ähnlichen Konferenz in Erfurt teil.
Die Partnerschaft zwischen Chemnitz und Timbuktu hat seit 1968 Bestand. Die Oasenstadt in der Nähe des Niger im westafrikanischen Mali hat 54.000 Einwohnerinnen und Einwohner, zählt aber im Ballungsraum 680.000. Sie galt im 15./16. Jahrhundert als Bildungszentrum der islamischen Welt. Im April 2012 wurde die Stadt von islamistischen Rebellen besetzt und konnte erst im Januar 2013 zurückerobert werden. Während der Besatzung kam es zu Übergriffen und Gewalttaten. Die Infrastruktur und das kulturelle Erbe wurden fast völlig zerstört.
Die Stadt Chemnitz unterstützte den Wiederaufbau von Schulen und Infrastruktur durch Spenden. Auch materielle Hilfen wie Schulmaterialien, medizinische Geräte und Solaranlagen konnten in den vergangenen Jahren bereits für Timbuktu bereitgestellt werden. Seit 2023 unterstützt Chemnitz zudem das Lesefestival Rendevouz Educatif, das sich gezielt an junge Menschen richtet.