Einweihung der „Bank für Justin Sonder“
Öffentliche Veranstaltung: am 9. November, 12 Uhr, Brühl, Beginn in der Turnhalle der Rosa-Luxemburg-Grundschule – Anmeldung bis 5. November erbeten
Bitte beachten Sie Pressemitteilung 769.*
Am Samstag, dem 9. November, 12 Uhr wird die „Bank für Justin Sonder“ auf dem Brühl feierlich eingeweiht. Oberbürgermeister Sven Schulze und Christoph Heubner, Vorsitzender des Internationalen Auschwitz Komitees laden herzlich dazu ein, bei der Veranstaltung dabei zu sein. Interessierte können sich bis zum Dienstag, 5. November, unter folgendem Link anmelden:
https://mitdenken.sachsen.de/1046598
Ebenfalls erwartet werden der ehemalige Bundespräsident Christian Wulff, der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer und zahlreiche Familienangehörige von Justin Sonder. Die Einweihung beginnt in der Turnhalle der Rosa-Luxemburg-Grundschule, Brühl 59.
Wir bitten Medienvertreter:innen um Anmeldung unter pressestelle(at)stadt-chemnitz.de
Das Internationale Auschwitz Komitee und die Stadt Chemnitz möchten an den Chemnitzer Ehrenbürger Justin Sonder in seiner Heimatstadt erinnern. Eine Skulptur, die Justin Sonder sitzend auf einer Bank darstellt, wird auf dem Brühl aufgestellt. Sie soll dazu einladen, sich dazuzusetzen und gedanklich mit Justin Sonder ins Gespräch zu kommen.
Justin Sonder wurde am 18. Oktober 1925 in Chemnitz als Sohn einer Hausfrau und eines Kaufmanns und Weinvertreters geboren. Bereits in seiner Kindheit war er mit wachsendem Antisemitismus konfrontiert, erlebte in Chemnitz die Pogromnacht am 9. November 1938. 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert. Er überlebte das Lager und kehrte 1945 mit seinem Vater in seine Heimatstadt zurück.
Alten und neuen Nazis wollte er nicht das letzte Wort überlassen. Und so war der im Jahr 2020 verstorbene Justin Sonder in seinen letzten Lebensjahrzehnten ein weit über Chemnitz hinaus gefragter Gesprächspartner, der sich einmischte, bei Gerichtsverfahren aussagte und besonders im Gespräch mit jungen Menschen zum Zeugen seiner Zeit und zum Zeugen einer Menschenfreundlichkeit wurde, die dem antisemitischen Hass und der Sprachlosigkeit unserer Tage weiterhin entgegensteht.
Das Gedenkprojekt wurde durch zahlreiche Spenderinnen und Spender sowie durch einen Beitrag des Freistaates Sachsen ermöglicht und von der Rostocker Künstlerin Julia Kausch und dem Chemnitzer Steinmetz Till Apfel geschaffen.
Mehr Informationen unter www.chemnitz.de/justinsonder
Auf der Internetseite der Stadt Chemnitz werden in Kürze weitere Filme über Justin Sonder veröffentlicht. Darunter Interviewmaterial, das 2017 im Rahmen des Filmprojektes „Kinder im Krieg“ aufgenommen wurde. Es kommen Wegbegleiter, wie die Tochter von Justin Sonder, Freunde und Historiker zu Wort. Ein weiterer Kurzfilm beschäftigt sich mit den aktuellen Gedenkprojekten und der Auseinandersetzung mit Justin Sonders Geschichte. Die Filme wurden von der Chemnitzer Agentur Red Tower Movies produziert.
Die Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
* geändert am 7. November 2024