Lesung im TIETZ: Biografische Spurensuche in Lodz
Zu einer Lesung mit dem Schriftsteller Jens-Jürgen Ventzki wird für Dienstag, 12. November, 19 Uhr, in den Veranstaltungssaal im Haus TIETZ eingeladen. Thema des Abends ist die Auseinandersetzung des 1944 in Lodz geborenen Autors mit der Biografie seines Vaters Werner Ventzki, der von 1941 bis 1943 Oberbürgermeister der von den deutschen Faschisten besetzten Stadt Lodz („Litzmannstadt“) und damit u.a. auch für das nach Warschau zweitgrößte Ghetto in Polen zuständig war. Das aus der Beschäftigung mit der Historie und dabei zugleich auch mit der eigenen Familiengeschichte entstandene Buch trägt den Titel „Seine Schatten, meine Bilder. Eine Spurensuche“ und wurde 2011 im Studienverlag Innsbruck veröffentlicht. 2012 erschien auch eine polnische Ausgabe des Buches.
Veranstalter des Abends im Veranstaltungssaal des Hauses TIETZ ist die Deutsch-Polnische Gesellschaft Chemnitz in Kooperation mit der Stadtbibliothek Chemnitz, unterstützt vom Bereich Städtepartnerschaften im Bürgermeisteramt der Stadt Chemnitz. Der Eintritt zur Lesung ist frei.
In seinem Buch schildert Jens-Jürgen Ventzki anhand von Dokumenten, Erinnerungen, Literatur- und Archivstudien den Lebensweg seines Vaters als Gauamtsleiter, Reichsredner, Oberbürgermeister, Mitglied der Waffen-SS sowie später, nach dem Zweiten Weltkrieg als Beamter im Dienst der Bundesrepublik. Die Auseinandersetzung des Sohnes mit einem schwierigen Erbe, mit seinen wie er schreibt „zwei Vätern“, zeigt einen hoffnungsvollen Weg im Umgang mit der Last der Geschichte.