Zeichen der Zivilcourage - Lebensretter geehrt
Vincent Beyer, Maja Feil, Magdalena Kaden, Clemens Michael und Jeremy Ulbricht hörten nicht weit entfernt das Signal einer Brandmeldeanlage und setzten den Notruf ab. Sie rannten ins Gebäude, leiteten erste Löschmaßnahmen ein und halfen dabei, Bewohnerinnen und Bewohner des betroffenen Pflegeheims in Sicherheit zu bringen.
Die heute 19-Jährigen hielten sich für einen Lehrgang innerhalb ihres Bundesfreiwilligendienstes beim Roten Kreuz in Chemnitz auf und hatten gerade Pause. Die jungen Leute stammen aus Dohna, Meißen, Neustadt in Sachsen und Haselbachtal. In Chemnitz kennen sie sich nicht aus. “Wir haben das Piepen gehört und Rauch am Fenster gesehen. Dass es ein Pflegeheim ist, wurde erst klar, als wir für die Leitstelle unseren Standort bei Google Maps gesucht haben”, berichtet Vincent Beyer.
Und dann ging alles schnell. Sie teilen sich auf, einige warten draußen auf die eintreffende Feuerwehr, einige rennen ins Pflegeheim. Sie warnen das Personal, das schon erste Maßnahmen ergriffen hat, und stürmen ins zweite Obergeschoss. Dort versuchen sie noch, das Zimmer, in dem das Feuer entstanden war, zu löschen. “Doch das war zu gefährlich. Wir haben uns dann darauf konzentriert, den Bewohnern zu helfen, den betroffenen Flur zu verlassen.” Ein Mensch verlor dennoch sein Leben.
Sie sind ein Symbol für nicht wegsehen und nicht gleichgültig sein. Sie haben aktiv geholfen und sind damit ein Vorbild.
Einsätze in Pflegeheimen sind immer eine Herausforderung, weil die Bewohner weniger mobil sind. Das, was die jungen Leute gemacht haben, war nicht ganz ungefährlich, das muss man betonen. Aber sie haben echte Zivilcourage gezeigt.
Das Lebensrettungsehrenzeichen des Freistaats Sachsen für Rettung aus Gefahr wird an Personen verliehen, die unter Lebensgefahr oder besonders bedrohlichen Umständen Menschenleben gerettet oder eine der Allgemeinheit drohende erhebliche Gefahr abgewendet haben. Die Stadt Chemnitz hatte die jungen Menschen für diese Würdigung vorgeschlagen.