Der Mai in den Kunstsammlungen

Das Museum Gunzenhauser feiert den 100. Geburtstag seines Namensgebers mit einem Fest und einem neuen Raum für Begegnungen. Und in den Kunstsammlungen am Theaterplatz ist eine Ausstellung über Käthe Kollwitz und ihre heutige Relevanz zu sehen.

100 Jahre Alfred Gunzenhauser: Neue Etage & ein Frühlingsfest

Alfred Gunzenhauser (1926-2015) wird zu seinem 100. Geburtstag mit einem Festwochenende geehrt. Foto: Ulf Dahl

Das Museum Gunzenhauser feiert den 100. Geburtstag von Alfred Gunzenhauser, dem Sammler und Namensgeber des Museums, am 16. und 17. Mai mit einem Festwochenende voller Kunst und einer neuen Etage mit Raum für Dialog, Bildung und kreativer Auseinandersetzung. 

Im Jahr 2007 wurde das Museum Gunzenhauser als erstes Museum im Osten Deutschlands eröffnet, das einer Privatsammlung gewidmet ist. Seitdem bietet es der erstklassigen Sammlung des Münchner Galeristen und Kunstsammlers Alfred Gunzenhauser eine Heimstätte. Mit 380 Werken von Otto Dix verfügt das Museum Gunzenhauser über eines der weltweit größten Konvolute des Malers. Ebenso bewahrt das Museum eine der größten Sammlungen des Expressionisten Alexej von Jawlensky. Große Sammlungen bilden weiterhin Werke von Willi Baumeister, Gabriele Münter, Conrad Felixmüller, Serge Poliakoff, Uwe Lausen und Johannes Grützke. 

An dem Wochenende wird die neue 4. Etage als dauerhafte Vermittlungsund Begegnungsebene feierlich eröffnet. Mit der neu ausgebauten 4. Etage stärken die Kunstsammlungen Chemnitz als außerschulische Lern- und Begegnungsstätte die kulturelle Teilhabe. Die Umsetzung wurde durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft, Kultur und Tourismus mit 500.000 Euro aus PMO-Mitteln gefördert. Ergänzt wurde die Realisierung durch das großzügige Engagement der Stiftung Gunzenhauser. 

Am Jubiläumswochenende können die Gäste ein umfangreiches Programm mit kreativen Angeboten, Bienenstich – dem Lieblingskuchen Alfred Gunzenhausers –, Musik und lebendige Kunstmomente erwarten. Die Ausstellung »Mahlzeit! Feinkunsthalle« sowie die bedeutende Sammlung des Hauses ergänzen das Festprogramm. Der Eintritt ist kostenfrei. 

Das Geburtstagswochenende setzt ein Zeichen für die Rolle von Museen als offene Orte der Demokratie, Bildung und Begegnung. Der Zeitpunkt ist nicht zufällig gewählt: Die Kunstsammlungen Chemnitz begehen damit auch den Internationalen Museumstag am 17. Mai. Zudem leisten sie damit einen Beitrag zum bundesweiten »Ehrentag« für das Grundgesetz, der im Aktionszeitraum vom 16. bis 31. Mai gefeiert wird. Der »Ehrentag« am 23. Mai wurde anlässlich des 77. Geburtstags des deutschen Grundgesetzes von Frank-Walter Steinmeier und der Deutschen Stiftung für Engagement und Ehrenamt initiiert. Er soll das freiwillige Engagement stärker in den Fokus der Öffentlichkeit rücken und die vielen engagierten Menschen im Land würdigen. Weitere Informationen zum bundesweiten Ehrentag sowie zu Mitmachmöglichkeiten und Aktionen sind unter www.ehrentag.de zu finden.

Käthe Kollwitz; Selbstbildnis mit der Hand an der Stirn, 1910; Radierung; Kunstsammlungen Chemnitz Foto: Kunstsammlungen Chemnitz/Frank Krüger

Die Kunstsammlungen am Theaterplatz präsentieren vom 7. Mai bis 30. August die Ausstellung »Spuren der Nähe. Käthe Kollwitz’ und zeitgenössische Fotografie«. Im Zentrum steht der Dialog zwischen dem Werk von Käthe Kollwitz und heutiger Kunst. Dabei zeigt sich, dass ihre Themen auch heute noch wichtig sind. Ausgangspunkt der Ausstellung ist der eigene umfangreiche Sammlungsbestand der Kunstsammlungen Chemnitz, aus dem nach fast vier Jahrzehnten erstmals wieder eine umfassende Präsentation zum Werk der Künstlerin entstanden ist. 

Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit der Klasse für Fotografie von Heidi Specker an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Die Studierenden haben sich intensiv mit Kollwitz’ Bildwelt auseinandergesetzt und daraus eigene künstlerische Arbeiten entwickelt. Fotografien, Grafiken sowie skulpturale und filmische Installationen greifen zentrale Themen wie Selbstdarstellung, Körper, Mutterschaft sowie Krieg, Gewalt und Protest auf und übersetzen sie in die Gegenwart. 

Die Ausstellung wird begleitet von Vorträgen, Künstlergesprächen mit Heidi Specker und Studierenden der Klasse für Fotografie und Kuratorinnenführungen.