URBACT III - Wiederbelebung Spinnereimaschinenbau

Zusammenarbeit der Städte

URBACT ist ein europäisches Programm für nachhaltige, integrierte Stadtentwicklung. Es fördert seit vierzehn Jahren den europaweiten Erfahrungsaustausch zwischen Städten und unterstützt sie gleichzeitig bei ihren wirtschaftlichen, sozialen und umweltpolitischen Herausforderungen vor Ort.

Die Zusammenarbeit der Städte erfolgt im Rahmen von Netzwerken, an denen jeweils bis zu maximal zwölf Partner mitarbeiten. Dabei gibt es drei verschiedene Typen: In den „Aktionsplanungs-Netzwerken“, wie hier bei 2nd Chance, entwickeln die beteiligten Institutionen lokale Stadtentwicklungskonzepte für ein bestimmtes Thema.

Schlüsselaktivitäten bei URBACT sind die transnationale Vernetzung der Städte, der Aufbau von Strukturen und Kompetenzen der integrierten Stadtentwicklung vor Ort sowie die Nutzung und Verbreitung der erreichten Ergebnisse.

2nd Chance Aktionsplanungs-Netzwerk

Worum geht es?

Das 2nd Chance Netzwerk beschäftigt sich mit der Wiederbelebung größerer leerstehender Gebäude, Gebäudekomplexe oder städtischer Teilräume mit vielen leerstehenden Gebäuden, die ihre ursprünglichen Nutzungen verloren haben, sich im Verfall befinden und in ihrem gegenwärtigen Zustand für die Stadt und den Eigentümer ein Problem oder zumindest eine Herausforderung darstellen.

Gleichzeitig bieten diese Gebäude eine einmalige Chance für die nachhaltige Stadtentwicklung. Da diese Gebäude leer stehen, bieten sie Platz für benötigte Funktionen und Nutzungen, die in der Stadt oder innerhalb des Quartiers ihren Ort bislang nicht gefunden haben. Insbesondere durch ihre Größe ermöglichen sie eine Vielzahl sozialer, gewerblicher, ökologischer oder kultureller Nutzungsmöglichkeiten; all das innerhalb der bestehenden Bausubstanz und des Stadtgebietes.

Fördermittel, Chemnitzer Team, Ansprechpartner

Für die Durchführung stand für die Stadt Chemnitz ein Budget von 53.000 Euro zur Verfügung. Sie war Partnerin in der 2. Phase des Netzwerk-Projektes vom 3. Mai 2016 bis zum 3. Mai 2018.

Die interdisziplinäre Chemnitzer Projektgruppe bestand aus zehn Mitgliedern, darunter Spinnwerk Geschäftsführer und Eigentümervertreter Klaus Hirsch aus Berlin, Patrick Wiederanders, Beauftragter der Stadt Chemnitz für das Gebietsmanagement Altchemnitz und Thomas Rohde, er koordiniert die Bürgerplattform im Stadtgebiet Chemnitz-Mitte. Dazu kamen weitere Vertreter aus Stadtverwaltung, Wirtschaftsförderung und von Nutzerseite.

Die Leitung lag im Stadtplanungsamt bei Projekt-Koordinator Thomas Mehlhorn (Tel. 0371 488-6153, thomas.mehlhorn@stadt-chemnitz.de). Das Projekt wurde in öffentlich-privater Partnerschaft mit Spinnwerk durchgeführt.

 

Prozess und wichtige Aktivitäten

Europäischer Austausch

Sommer-Universität 2016 Rotterdam

An der Einführung in die URBACT-Methode im Rahmen der Sommer-Universität 2016 in Rotterdam nahmen drei Chemnitzer Vertreter, an den thematischen bzw. trilateralen Treffen in Maribor, Porto und dem Abschlussevent in Neapel jeweils zwei teil. Chemnitz war im Oktober 2016 Gastgeber des zweiten thematischen Netzwerktreffens und konnte den europäischen Partnern anschaulich das Zielobjekt Spinnereimaschinenbau und gute Praxisbeispiele wie z. B. die erfolgreiche Sanierung der schönherr.fabrik oder das Beratungsangebot der Agentur StadtWohnen Chemnitz vermitteln. 

Impressionen vom Netzwerktreffen 2016 und dem Bürgerforum 2018


Partner

Lead Partner: Stadt Neapel (Italien)

Lead Experte:
Nils Scheffler, urban expert, Berlin

Projektpartner: DURA Dubrovnik (Kroatien),
Stadt Maribor (Slowenien),
Stadt Lublin (Polen),
Stadt Chemnitz (Deutschland),
Stadt Brüssel (Belgien),
Stadt Caen (Frankreich),
Stadt Liverpool (UK),
Stadt Gijon (Spanien),
Porto Vivo, Porto (Portugal),
Universität Genua, Genua (Italien)

Interviews

mit dem Projektkoordinator Thomas Mehlhorn zum URBACT-Netzwerk "Second Chance":

Highlights und wichtige lokale Aktivitäten

Kreativer Workshop zur Vision

Kreativer Input in der Projektgruppe

Die Eigentümergesellschaft Spinnwerk wurde durch das Projekt aktiviert, ihr Entwicklungskonzept im Frühjahr 2017 fortzuschreiben. Zur Entwicklung einer gemeinsamen Vision mit der Projektgruppe wurde von März bis Mai 2017 von Kreatives Chemnitz e. V. ein Image-Workshop durchgeführt. In diesem Format entwickelten Kreative unterschiedlicher Branchen gemeinsam Ideen zu Visionen und zum Image des Spinnereimaschinenbaus. Zum Erreichen des Ziels wurde die Personas Methode nach Marco Spies angewandt. Die Methode und die Ergebnisse wurden der Projektgruppe in einer interaktiven Sitzung mittels Anziehpuppen präsentiert, die charakteristisch für die unterschiedlichen Rollen der Beteiligten waren.

Festival Wolkenkuckucksheim

Der Spinnerei e.V. organisierte 2016 und 2017 unterstützt durch URBACT-Mittel auf dem Areal in der Open Air Location Spinnerei das dreitägige Kunst- und Kulturfestival Wolkenkuckucksheim. In dessen Rahmen wurden aktuelle Musikprojekte, Installationen, Performances wie auch verschiedene Workshops präsentiert. Damit wurde die öffentliche Wahrnehmung auf das Zielobjekt erhöht und ein Bewusstsein für künstlerische Freiheiten im Spinnereimaschinenbau geschaffen.

Zum Video
 

www.wolkenkuckucksheim.city
 

Erlebbare Industriekultur

Startpunkt für eigene Erkundungen am Spinnereimaschinenbau

Anhand einer mobilen Website wurde die App "Industriegeschichte erleben"  von der Stadtgeografin Katja Manz mit Mary Anne-Kockel beispielhaft für den Spinnereimaschinenbau erweitert und mit sechs im Gelände angebrachten QR-Code-Tafeln für eigene industriekulturelle Erkundungen realisiert. Die Umsetzung des Standortbeispiels lässt sich auf einen zukünftigen thematischen Rundgang Altchemnitz übertragen.

 

Neues Beleuchtungskonzept

Lichtprobe zur Überprüfung des Beleuchtungskonzeptes

Zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit, Orientierung sowie Inwertsetzung der Gewerbeimmobilie wurde durch das Büro Ruairí O'Brien. Architektur. Licht. Raumkunst. aus Dresden ein Lichtkonzept für den Außenbereich  erarbeitet. Eine Lichtprobe am Abend der lokalen Abschlussveranstaltung im April 2018 zeigte, dass ein Ergänzen und In-Szene-Setzen der Eingänge und Fassaden den Gebäudekomplex attraktiver machen können.