Auf dem Weg zur Morgenstadt

2016 wurde die Stadt Chemnitz von der Fraunhofer-Gesellschaft als CityLab für die „Morgenstadt-Initiative“ ausgewählt und hat sich einer Stadtanalyse unterzogen. Dabei wurde die Stadt auf Herz und Nieren geprüft: Welche Stärken und Schwächen gibt es aktuell? Welche Gefahren stehen einer positiven Entwicklung im Weg? In welchem Bereich ist das größte Potenzial vorhanden? Wie bringt man dieses am besten zum Vorschein? Und was macht eine Stadt überhaupt zukunftsfähig?

Auf all diese Fragen wurden die Stadt von den Wissenschaftlern analysiert. Die Ergebnisse wurden am 22. November 2016 im Staatlichen Museum für Archäologie (smac) Chemnitz öffentlich vorgestellt und diskutiert. Bernd Bienzeisler vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart, fasst die Erkenntnisse zusammen: „Die Diskrepanz zwischen der Fremd- und Selbstwahrnehmung der Stadt ist sehr groß. Zwar sehen die Chemnitzer viele Dinge kritisch, die Lebensqualität in der Stadt wird aber deutlich besser wahrgenommen als wir dies vermutet hatten. Und gerade die historischen Besonderheiten von Chemnitz könnten die Grundlage für eine zukunftsorientierte Stadtentwicklung liefern.“
 

Ausgewählte Ergebnisse der Morgenstadt-Analyse, die zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft durchgeführt wurde, lauten:

 

Stärken:

  • Raum für Möglichkeiten
  • gesunde Unternehmenslandschaft
  • hohe Kaufkraft
  • „Geburtsstätte der Nachhaltigkeit“
  • großes kulturelles Angebot
     

 

Schwächen:

  • Visionen für die Stadtentwicklung fehlen
  • kein ICEAnschluss
  • »Gesichter« und Persönlichkeiten für die Stadt fehlen
  • Stolz auf eigene Geschichte zu gering
     

 

Gefahren:

  • Beschränkung des UniAusbaus
  • negatives Selbstbild
  • kulturelle Vielfalt hängt von einzelnen Akteuren ab
     

Chancen:

  • Platz und Raum für Subkultur
  • Austesten neuer Formen der Energieproduktion
  • soziale Innovationen wie „Urban Farming“ (gemeinschaftlich Bewirtschaftung von Grünflächen)
  • neue Formen des Arrangements von Leben, Lernen, Arbeiten und Konsum erproben
     

Der vollständige Ergebnisbericht der Stadtanalyse: