19.05.2020
Pressemitteilung 278

Neue Adresse „Johannisstraße“


Chemnitzer Stadtrat beschließt Umbenennung eines Teilbereiches des Johannisplatzes

Der Stadtrat hat in seiner heutigen Sitzung 2020 beschlossen, die Zufahrt von der Bahnhofstraße zum Johannisplatz 5 in „Johannisstraße“ umzubenennen. Diese Fläche gehört bislang zum Johannisplatz, wo derzeit auf einem 5.700 Quadratmeter großen Grundstück ein Büro- und Geschäftshaus entsteht, das nun mit „Johannisstraße“ adressiert wird.

Im neuen Gebäude befinden sich künftig die Unternehmenszentrale des Energieversorgers eins, ein Hotel und Einzelhandelsgeschäfte sowie eine Tief- und Hochgarage. Für Herbst 2021 ist die Fertigstellung dieses Komplexes geplant, der sich in den städtebaulichen Kontext der denkmalgeschützten Nachbarbebauung einfügt.

Stadtgeschichtlicher Hintergrund

Vor 1945 führte das Chemnitzer Straßenverzeichnis eine „Innere Johannisstraße“ und eine „Äußere Johannisstraße“. Letztere verband den Johannisplatz mit dem damaligen Kreuzungsbereich Augustusburger-/Dresdner Straße. Die „Innere Johannisstraße“ verlief etwa vom Neumarkt bis zum heutigen Johannisplatz.

Der Name Johannisplatz bezieht sich auf die in der Nähe befindliche Johanniskirche, die sowohl der Vorstadt als auch einem Stadttor und Straßen ihren Namen gab. Der Johannisplatz entstand infolge der baulichen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts. Nach der Benennung 1860 taucht er als Name erstmals 1861 im Adressbuch auf. Er war in den ersten Jahrzehnten des vorigen Jahrhunderts durch die rasche Zunahme der Stadtbevölkerung und dem daraus resultierenden stark wachsenden Verkehr der belebteste und verkehrsreichste Platz der Stadt. Der zentrale Umsteigeplatz für die meisten Straßenbahnlinien war zugleich eine der nobelsten Adressen der Chemnitzer Geschäftswelt.

Im Zweiten Weltkrieg wurden alle den Platz flankierenden Gebäude zerstört mit Ausnahme des ehemaligen Dresdner Bank-Gebäudes. Nach dem Krieg wurde der Platz von Trümmern beräumt.

Die Umbenennung in Stalinplatz erfolgte am 21. Dezember 1949.
Mit der Rückbenennung am 16. November 1961 wurde der Platz adressenmäßig "geteilt". Der Teil zur Straße der Nationen wurde der damaligen Wilhelm-Pieck-Straße zugeordnet, der Teil mit dem heutigen Parkhaus und der ehemaligen Hauptpost erhielt den Namen Neumarkt. Diese Zuordnung wurde bereits im Beschluss von 1961 als "vorübergehend" bezeichnet, da sich durch die geplanten baulichen Veränderungen neue Lösungen ergeben würden.

Nach Fertigstellung des Gebäudes der damaligen Hauptpost und des Gebäudes der damaligen Industrieverwaltungen wurde der Platz neu gestaltet und begrünt. Die Neubenennung in "Posthof" erfolgte 1968, die Rückbenennung in Johannisplatz im Jahr 2000.

Nach einem Gutachterverfahren 2015 treibt die Stadt die städtebauliche Weiterentwicklung des Umfeldes von Bahnhofstraße und Brückenstraße voran, dazu gehören der Johannisplatz, die künftige „Neue Johannisvorstadt“ und das Karree am Tietz.
 

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Pressestelle Stadt Chemnitz