12.05.2019
Pressemitteilung 315

20. Chemnitzer Museumsnacht mit Nachttour der Moderne


Mehr als 9.100 Neugierige auf nächtlicher Exkursion

Bei der 20. Ausgabe der Chemnitzer Museumsnacht folgten mehr als 9.100 Neugierige dem Angebot, sich auf nächtliche Exkursion durch Chemnitz als Stadt der Moderne zu begeben und sich an insgesamt 30 Standorten von einem außergewöhnlichen Museumsnachtprogramm inspirieren und begeistern zu lassen. 

Bei der „Nachttour der Moderne“, die an 18 Stationen ein facettenreiches Programm bot, das im Zeichen des Jubiläums „100 Jahre Bauhaus“ stand, waren die Führungen zu Architektur und Geschichte der Gebäude, die im Stil der Moderne errichtet wurden, besonders begehrt. Während man sich bei den Ikarus-Bustouren des Straßenbahnmuseums einen guten Überblick über die vielen architektonischen Spuren der Moderne verschaffen konnte, erfuhren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei Rundgängen durch das ehemalige Kaufhaus Schocken oder die historische Hochgarage an der Zwickauer Straße viele Details über deren architektonische Besonderheiten. Im Stadtbad Chemnitz erkundeten mehr als 600 Interessierte bei historischen Rundgängen und Technikführungen auch Räume, die der Öffentlichkeit regulär verschlossen bleiben. Hier und im Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz wurden gemeinsame Führungen für Gehörlose und Hörende angeboten.

In den Kunstsammlungen Chemnitz war es aufgrund der umfangreichen Bestände möglich, den speziellen Blick auf die künstlerischen Tätigkeiten der wenig betrachteten Frauen am Bauhaus zu werfen. Schwerpunkt der Ausstellung „Bauhaus. Textil und Grafik“ sind Textilien, die in den Jahren 1919 bis 1933 in der Weberei entstanden. Von der in Chemnitz geborenen Bauhauskünstlerin Marianne Brandt, die 1926 zur stellvertretenden Leiterin der Metallwerkstatt ernannt wurde, waren zehn Originalfotografien aus ihrer Dessauer Bauhauszeit zu sehen. In ihrem Wohnhaus in der Heinrich-Beck-Straße präsentierte der Verein Marianne Brandt Gesellschaft e. V. die legendären Bauhausobjekte in der neu gestalteten Studiensammlung, die durch ein Gespräch mit dem Ehrenvorsitzender des Vereins, Prof. Karl Clauss Dietel, eröffnet wurde. In der Sonderausstellung „Bau1haus – Die Moderne in Chemnitz und der Welt“ im smac ließ sich der Berliner Fotograf, Jean Molitor, von den architektonischen Auswirkungen der klassischen Moderne weltweit inspirieren.

Das spielerische, experimentelle, materialbasierte Arbeiten und Lernen am Bauhaus war im Deutschen Spielemuseum Chemnitz unter dem Motto „Zeitlos Spielen – 100 Jahre Bauhaus-Spiele Design“ zu erleben. Weitere Kreativangebote und Workshops wurden z. B. in den Kunstsammlungen, im Industriemuseum und im TIETZ angeboten. In dem vor 40 Jahren eröffneten Insektarium des Chemnitzer Naturkundemuseums konnten sich kleine und große Besucherinnen und Besucher tierisch-kreativ verwirklichen.

Das Stasi-Unterlagen-Archiv Chemnitz widmete sich gemeinsam mit dem Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. im Rahmen des 30-jährigen Jubiläums der „Friedlichen Revolution“ mit Unterstützung von Zeitzeugen dem Thema „Flucht aus der DDR“. Besonderer Anziehungspunkt war hier der Live-Aufbau eines Fluchtflugzeuges. Auch im Stadtarchiv Chemnitz wurden Originaldokumente aus dem Herbst ´89 gezeigt.

Aber es gab auch spannende Ausblicke in die Zukunft. Im Wasserschloß Klaffenbach wurden beispielsweise „Smart Materials: Zaubermaterialien für die Welt von Morgen“ präsentiert. Und am Schauplatz Eisenbahn Chemnitz-Hilbersdorf gaben Ausstellungen und Aktionen auch einen Vorgeschmack auf die 4. Sächsische Landesausstellung zur Industriekultur im Jahr 2020.

Auch in diesem Jahr standen viele ehrenamtliche Helferinnen und Helfer den Organisatoren in den beteiligten Museen, Galerien und Einrichtungen bei der erfolgreichen Durchführung der Chemnitzer Museumsnacht zur Seite.

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Herausgeber:
Pressestelle Stadt Chemnitz