Das Chemnitzer Carillon ist ein spielbares Glockenspiel im Rathaus der Stadt Chemnitz.
Das Carillon wurde 1978 in den Turm des neuen Chemnitzer Rathauses durch die Glockengießerei Apolda eingebaut. Ursprünglich sollte das Carillon in den denkmalgeschützten Turm des Alten Rathauses eingebaut werden. Wegen der großen Last war dies aber nicht möglich.
Mit 48 Glocken verfügt das Chemnitzer Carillon über einen Tonumfang von vier Oktaven. Die größte Glocke wiegt 957 Kilogramm und hat einen Durchmesser von 1,12 Meter. Die kleinste Glocke bringt 9,5 Kilogramm auf die Waage. Alle Glocken zusammen wiegen 5200 Kilogramm.
Das Glockenspiel wird von Hand gespielt. Dazu sitzt der Carillonneur am Spieltisch, einer Bank ähnlich einer Orgelbank, und betätigt mit Füßen und der traditionell geballten rechten Hand sowie der offenen Linken die Klaviatur. Für jede Glocke gibt es eine Taste. Die Tasten sind größer als beim Klavier. Sie sind über einen langen Stahldraht mit dem Klöppel der Glocke verbunden. Erst durch die manuelle Bedienung ist es möglich, die Glocken sowohl laut als auch leise und mit Abstufungen anzuschlagen.
Jeden Mittwoch und jeden Samstag von 10 bis 10:30 Uhr, zu den alljährlichen Weihnachtsmärkten und zu anderen besonderen Anlässen spielt der Carillonneur. Seit 2003 unterrichtet Peter Franz Carillonneure, die sein Werk fortsetzen.
Zusammen mit der Bläsergruppe und dem Türmerruf, die vom Alten Rathausturm zu hören sind, ist das Chemnitzer Carillon als “Klingendes Rathaus” bekannt.