Der städtebauliche Gestaltungsplan stellt wesentliche Elemente der baulichen Gestaltung und die unterschiedlichen Qualitäten und Funktionen der nicht überbauten Flächen dar. Es wird deutlich, dass sich die bereits existierenden Gebäude und die Raumstrukturen durch eine große bauliche Vielfalt auszeichnen.
Hieran lässt sich die bewegte Geschichte der Chemnitzer Innenstadt mit unterschiedlichen Gesellschaftssystemen ablesen. Der Rote Turm aus dem 13. Jahrhundert, Reste einer Gründerzeitbebauung im Getreidemarkt, qualitätsvolle Gebäude auf der Westseite der Inneren Klosterstraße aus den 1950er Jahren, in industrieller Bauweise gefertigte Wohnblöcke im Bereich Rosenhof und Straße der Nationen, die von namhaften Architekten errichteten neuen Gebäude im Bereich Markt und Neumarkt - all das ist charakterisierend für die Chemnitzer Innenstadt. Gerade dieses Wechselspiel von Gebäuden macht den speziellen Reiz aus.
Aus dem Städtebaulichen Gestaltungsplan geht hervor, dass dem Stadtzentrum in Bezug auf die Aufenthaltsqualität des Freiraums ein beachtlicher Stellenwert beigemessen wird. Als besondere Qualitäten sind hervorzuheben:
- das größtenteils von motorisiertem Individualverkehr freie, trotzdem gut erreichbare Stadtzentrum
- die zentralen Plätze am Rathaus, Markt und Neumarkt mit den Fußgängerzonen Rosenhof und nördliches Rathausumfeld
- die Zentralhaltestelle
- die hochwertigen Natursteinpflaster- und Plattenbeläge
- die Neuinterpretation der historischen Wallanlage mit der baulichen Dominante Roter Turm und dem angrenzenden Stadthallenpark