Die Platzbereiche im Umfeld des Rathauses dienten zumeist unterschiedlichen Marktzwecken und waren seit dem Mittelalter Kristallisationspunkte des städtischen Lebens.
Hotels und Gaststätten, Geschäfte des gehobenen Bedarfs sowie Passagen haben den Bereich um das Rathaus zum Zentrum des Handels in der Region gemacht.
Aufwändige Fassadengestaltungen, Denkmäler und die anspruchsvolle Gestaltung der Flächen bis hin zu den Straßenlaternen trugen zum Entstehen repräsentativer Stadträume bei.
Nach dem Krieg konnten die Plätze nicht wieder an den Vorkriegszustand anknüpfen. Den Plätzen fehlte die bauliche Fassung durch eine lückenhafte Nutzungen an den Platzrändern und die über Jahrzehnte vernachlässigte Gestaltung, meist unter Einsatz minderwertiger Materialien.
Seit Beginn der 90er Jahre ist das Rathausumfeld auf dem besten Wege, wieder zur "guten Stube" der Stadt Chemnitz zu werden. Markt und Neumarkt erhielten schrittweise durch Neubebauung, Ergänzungs- und Ersatzbebauung ihre geschlossene bauliche Fassung zurück. Baufluchten und Maßstäblichkeit orientieren sich weitgehend am alten Stadtgrundriss und der vorhandenen historischen Bebauung. Davon abweichend setzt die Architektur bewusst auf ein Spannungsfeld zwischen moderner und historischer Bautradition.
Der Markt/Neumarkt bildet wieder den pulsierenden Mittelpunkt der Stadt. Dazu tragen neben dem wöchentlichen Markgeschehen auch Sondermärkte wie der Töpfermarkt, der Trödelmarkt, der Planz- und Blumenmarkt und der Weihnachstmarkt entscheidend bei. Besucher der City können sich in einem der zahlreichen Restaurants rund um den Markt erholen. Zahlreiche Events wie das Stadtfest, musikalische Veranstaltungen und sogar ein Cirkus nutzen die zentralen Flächen des Marktes.