Sehr geehrte Mitglieder der Jury,
Chemnitz ist eine Stadt der Wissenschaft – und Sie können es erleben. Genauso wie die Chemnitzer Bürger und Gäste, von den Allerkleinsten bis zu den Senioren. Sie alle werden 2011 staunen und mit allen Sinnen erleben, welches geistige Potenzial in Chemnitz steckt: Forschung wird anfassbar. Wirtschaft macht von sich reden. Lernen bekommt Würze. Wissenschaft rückt ins Licht. Kultur weckt Experimentierfreude. Mehr Wissen macht Lust.
Das alles zusammen wird Chemnitz aber nicht nur für ein Jahr bewegen, sondern intensiv verändern. Denn unsere Vorhaben für die nächsten Jahre bringen ganz unterschiedliche Protagonisten zusammen: Lehrer und Mediziner, Handwerker und Studenten, Schüler und Ingenieure, Künstler und Unternehmer, Sportler und Forscher, Stadtplaner und Professoren, Politiker und Bürger – wir hätten diesen Dialog vielleicht nie so kraftvoll initiieren können wie für diese Bewerbung. Schon dafür gilt dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft unser Dank. Die Initiative „Stadt der Wissenschaft 2011“ ist ein großer Gewinn. Aus einzelnen Ideen entsteht eine dauerhafte Verbindung.
Dafür hat der städtische Zukunftsrat zusammen mit dem Wissenschaftsbüro, elf Arbeitsgruppen und vielen Bürgerinnen und Bürgern ein umfangreiches Programm erarbeitet. Wir setzen dabei auf Projekte, die von der Stadt für die Stadt entwickelt werden – und die lange nachwirken. Die große Resonanz der Chemnitzer auf unsere öffentliche Debatte in Vorbereitung auf 2011 lässt uns heute sagen: Chemnitz bewirbt sich im Namen der Bürgerschaft um den Titel „Stadt der Wissenschaft“. Eine Bewegung wird angestiftet, die bisher verborgene Kräfte öffentlich bestärkt und hinter einer klugen Idee versammelt.
Sie sind eingeladen, einen spannenden Prozess zu begleiten. Besuchen Sie eine Stadt, die zu so vielem fähig ist. Die 20 Jahre nach der friedlichen Revolution wieder auf dem Weg zum viel beachteten Industrie- und Technologiestandort ist. Die mitten in der Krise auch 2010 einen ausgeglichenen Haushalt schafft – dank vieler Mittelständler, die Spitzenprodukte in die Welt liefern.
Die Voraussetzung für eine robuste, starke Wirtschaft sind freilich stabile Netzwerke aus Bildung, Forschung und Unternehmerschaft. Diese Verbindungen waren und sind für Chemnitz existenziell. Nur so konnte der Wiederaufstieg von Chemnitz zur Industriestadt gelingen. Der zukünftige Erfolg wird stark von der Fachkräftesituation in der Stadt abhängen. Schon jetzt investiert Chemnitz viel in den Nachwuchs. So garantieren wir jedem Kind einen Kita-Platz, die Städtischen Theater, die Stadtbibliothek, das Museum für Naturkunde, die Kunstsammlungen Chemnitz und die Technische Universität Chemnitz arbeiten eng mit Schulen und Kindertageseinrichtungen zusammen. Bibliothek und viele Museen sind für Kinder und Jugendliche gebühren- und eintrittsfrei.
Doch die gesunkene Einwohnerzahl und das hohe Durchschnittsalter in Chemnitz stellen die Stadt auch vor strukturelle Aufgaben – und bewirken gegenwärtig ein Image-Problem. Gerade deshalb werden wir 2011 nicht nur die Stärken der Stadt in den Fokus rücken, sondern auch wichtige Aspekte der Stadtentwicklung intensiv voranbringen. Wir werden die Emotionen für Chemnitz neu entfachen, mit allen Bürgern und Gästen in die Welt der Forschung eintauchen und immer wieder Lust auf die eine Frage machen: Wie funktioniert das?
Kommen Sie 2011 nach Chemnitz und entdecken Sie die Zukunft in der Stadt der Moderne.
Barbara Ludwig
Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz