Über die aktuelle Situation des neuen Grippevirus, die Influenza A/H1N1 und sogenannte Schweinegrippe, informiert das
Robert-Koch-Institut.
Einmalige Dosis: Aktuellen Hinweisen vom 2.12.2009 des Paul-Ehrlich-Instituts und des Robert Koch-Instituts zufolge, stehen inzwischen klinische Daten zur Anwendung des Impfstoffs Pandemrix® bei gesunden Erwachsenen und Älteren sowie bei Kindern im Alter von 6 bis 35 Monaten zur Verfügung, die eine hohe Immunogenität der einmaligen Impfung belegen.
Diese Beobachtungen werden durch Ergebnisse klinischer Studien mit anderen pandemischen H1N1-Impfstoffen bestätigt.
"Die beobachtete hohe Immunogenität nach nur einer Impfung sowie die in aktuellen Studien beobachtete verstärkte Reaktogenität nach der zweiten Impfung bei Kindern (z. B. Fieber) legen gegenwärtig die Empfehlung nahe, dass bei allen Altersgruppen eine einmalige Dosis angemessen ist." (Epidemiologisches Bulletin Nr. 50, Robert Koch-Institut, S. 519)
Besonders unter Kindern und Jugendlichen kann sich die Influenza rasch ausbreiten.
Influenzaviren werden vor allem durch Tröpfcheninfektion übertragen. Insbesondere beim Niesen oder Husten können Erreger auch auf die Hände gelangen und dann durch direkten Kontakt oder über die Hände weiterverbreitet werden.
Wirksame Methoden, sich vor der Neuen Grippe zu schützen, sind insbesondere häufiges Händewaschen mit Seife und das Husten in den Ärmel statt in die Hand. Auch häufiges Lüften von geschlossenen Räumen wirkt einer Ansteckung entgegen. Wer krank ist, sollte andere vor Ansteckung schützen, indem u.a. körperliche Kontakte vermieden werden. Wer meint, an Schweinegrippe erkrankt zu sein, sollte umgehend einen Arzt aufsuchen. Zum einen, weil eine rechtzeitige Behandlung mit Medikamenten, die die Vermehrung des A/H1N1-Virus im Körper bremsen, für einen günstigen Verlauf der Erkrankung von Bedeutung ist. Zum anderen kann durch eine rechtzeitige Diagnose und Therapie die Ansteckung weiterer Personen vermieden werden.
Weitere Informationen und sieben Hygienetipps dazu gibt das Robert-Kochinstitut auf
www.wir-gegen-viren.de
Die
Symptome der neuen Grippe sind ähnlich wie bei einer "normalen" Grippe, vor allem Fieber, Atemwegsbeschwerden, Halsschmerzen und Gliederschmerzen. In der Regel treten bei einer Ansteckung erste Krankheitszeichen nach ca. ein bis sieben Tagen auf. „Manchmal erkranken Infizierte schon binnen Stunden, die meisten spätestens innerhalb von drei Tagen. In dieser Zeit sind die Patienten schon ansteckend, da die Virenausscheidung über die Schleimhäute des Nasen-Rachen- Raums beginnt. Diese dauert in der Regel bis zu sieben Tage, bei geschwächten Menschen auch länger“, erklärt Amtsarzt Dr. Liebhard Monzer.
Gefährdert sind besonders anfällige Personen. Dazu zählen nach bisherigen Erfahrungen:
- Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen
- Menschen mit sonstigen chronischen Grunderkrankungen, zum Beispiel des Herz-Kreislaufsystems oder des Immunsystems
- Schwangere und
- Junge Säuglinge
Das sächsische Gesundheitsministerium bietet ab dem 9. November eine
Telefon-Hotline an, unter der sich Bürgerinnen und Bürger zur Neuen Grippe montags bis freitags zwischen 8 und 18 Uhr informieren können: 0351 564-5555.
Das Gesundheitsamt der Stadt Chemnitz informiert in einem Merkblatt über die Erkrankung und auf was man achten sollte.
Der Impfstoff gegen Influenza A/H1N1 steht seit dem 9. November 2009 in den Hausarztpraxen zur Verfügung.
Für wen ist die Impfung gegen Schweinegrippe besonders empfehlenswert?
Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut hat eine Empfehlung ausgesprochen, dass Beschäftigte in Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege mit Kontakt zu Patienten oder infektiösem Material sowie Menschen ab einem Alter von sechs Monaten mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung infolge eines Grundleidens geimpft werden sollten.
Hinweise zur Impfung während einer Schwangerschaft findeten Interessenten auf der Internetseite des Robert- Koch-Institutes: www.rki.de.
Das
städtische Gesundheitsamt impft in seinen Sprechstunden vor allem Personen, die von Berufs wegen besonders gegen diese Form der Grippe geschützt sein sollten (zum Beispiel Feuerwehrleute) und Patienten, die keinen Hausarzt haben. Dieses konstante Impfsprechstundenangebot im Gesundheitsamt der Stadt Chemnitz steht für Schlüsselpersonal ohne betriebsärztliche Versorgung zu folgenden Zeiten bereit: Montag und Mittwoch von 8 bis 12 Uhr sowie von 14 bis 15:30 Uhr.
Beachten Sie bitte, dass die außerdem bisher angebotene Zusatzsprechstunde für H1N1-Impfungen letztmalig am 17.12.2009 von 14 bis 17 Uhr angeboten wird.
Wer sollte nicht geimpft werden?
Die Impfung sollte grundsätzlich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden. Das gilt insbesondere für Kinder und Schwangere, für die bisher nur wenige oder keine Daten aus klinischen Studien vorliegen.Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber leidet, sollte nicht geimpft werden. Die Impfung sollte dann zum frühest möglichen Zeitpunkt nachgeholt werden.Wer an einer nachgewiesenen Allergie gegen Hühnereiweiß leidet, sollte nicht mit einem Impfstoff geimpft werden, der aus Hühnereiern gewonnen wurde. Ebenso dürfen Personen mit bekannter starker Überempfindlichkeit gegen in Spuren enthaltene Restbestandteile, wie z.B. Thiomersal, Formaldehyd, Gentamicinsulfat, Natriumdeoxycholat, nicht geimpft werden.