Europaweit wird jährlich am zweiten Sonntag im September der "Tag des offenen Denkmals" veranstaltet.
Im Mittelpunkt des Denkmaltags 2005 standen die Entwicklungen in der Architektur, die durch Zeiten des Krieges und des Friedens geprägt sind. Zerstörung und Wiederaufbau formten architektonische Denkmale.
Auch im Jahr 2005 war die Besucherresonanz zum Tag des offenen Denkmals groß: 2.700 kultur- und geschichtsinteressierte Besucherinnen und Besucher besuchten am 11. September die besonderen Denkmalangebote in Chemnitz-Oberrabenstein.
Kriege kosteten Millionen Menschen das Leben und brachten Hunger, Krankheit und Armut. Häuser und Höfe, Städte und Dörfer wurden geplündert, gebrandschatzt und verwüstet. Dadurch gingen wertvolle Kulturdenkmale für immer verloren.
Immer wieder jedoch bauten die Menschen ihre zerstörten Wohnhäuser, Kirchen und öffentlichen Bauten in der Architektur ihrer Zeit wieder auf, bewusst in den alten Strukturen oder als deutlicher Neuanfang. In längeren Friedensphasen gelangten viele Städte und Regionen zu Wohlstand, der sich auch im Reichtum ihrer Bauwerke niederschlug.
Das Thema "Krieg und Frieden" ist also für die Entwicklung der Architektur von großer Be-deutung. Diese Entwicklung ist naturgemäß eng mit allen Fragen und Belangen der Denkmalpflege verknüpft, die neben architekturgeschichtlichen Aspekten immer im Mittel-punkt des Denkmaltags stehen.
Als symbolisches Thema des Denkmaltages 2005 für Chemnitz haben die Untere Denkmalschutzbehörde, das Kulturamt und der Tisch der Heimat- und Denkmalpflege bewusst Oberrabenstein mit der Burg ausgewählt. Das ursprünglich als Wasserburg angelegte mittelalterliche Befestigungsbauwerk war sowohl über Jahrhunderte Mittelpunkt kriegerischer Auseinandersetzungen, als auch nachfolgender Friedensverhandlungen und Ausgangspunkt für die Besiedelung des Stadtteils.
Damit sollte nicht nur Bezug auf den Zweiten Weltkrieg genommen werden, an dessen Ende in diesem Jahr mehrfach erinnert wurde, sondern es sollte auch die wechselvolle Geschichte mit Krieg und Frieden in der weiter zurückliegenden Geschichte bedacht werden.