Chemnitz war deutschlandweit die dritte Stadt, die über ein eigenes Hallenbad verfügte: das "Hedwigbad". Als Chemnitz zu Anfang des 20. Jahrhunderts mit rund 350.000 Einwohnern aus allen Nähten platzte, wurde das Hallenbad zu klein und man entschied sich, ein neues zu errichten. Der Vorgängerbau, an den noch der Straßenname "Am Alten Bad" entlang des Seebersplatzes erinnert, wurde abgerissen. 1927-35 wurde das neue Stadtbad von Stadtbaurat Fred Otto erbaut und eingeweiht. Es verfügte neben einem durchweg modernen Äußeren, auch im Innenbereich über zahlreiche Innovationen, so dass es zur Erbauungszeit nicht nur als das modernste Hallenbad Europas galt, sondern auch als Meisterwerk des rationalistischen Neuen Bauens.
Es besitzt eine umfangreiche Ausstattung mit bildkünstlerischen Werken. Im Außenbereich schuf der Chemnitzer Künstler Bruno Ziegler (1879 - 1941) die Fahnensockel mit den dazugehörigen Wassertiergruppen. Einen Besuch wert ist nicht zuletzt das großartige zeitgenössische Wandgemälde von Gregor-Torsten Kozik im 1. OG, das sich ganz dem Thema Wasser widmet.
Neben der überzeugenden architektonischen Raumgestaltung wurden auch im sanitärtechnischen Bereich herausragende Leistung erzielt. Bei Führungen im Kellergeschoss des Stadtbades kann man sich selbst davon überzeugen: dort befindet sich - überraschend für den Laien - ein Labyrinth an Gängen und Auffangbecken, die während des Zweiten Weltkrieges als Luftschutzräume genutzt wurden.
Heute kann man im Stadtbad eine 50-Meter-Halle, eine 25-Meter-Halle und sechs Saunakabinen nutzen. Hinzu kommen mehrere Dampfbäder, Solarien und das Physiotherapie- und Massageangebot.
Von 1980 bis 1983 umfassend saniert, überzeugt die Integration einer großen Solaranlage in die Brauchwasserbereitung auch heute noch vom innovativen Geist des Hauses. Im Jahr 2005 feiert das Stadtbad sein 70-jähriges Jubiläum.