Tag des offenen Denkmals 2004 am 12. September in Chemnitz
Wie läuft´s - Schwerpunktthema: Wasser
"Wie läuft's? - Schwerpunkt Wasser" lautete das bundesweite Thema 2004.
Deshalb standen am 12. September dem Besucher auch in Chemnitz zwei Denkmale offen, die einen Bezug zum Wasser haben: das Stadtbad und das Wasserwerk mit dem umgebenden Park.
Denkmalpfleger berichteten an konkreten Beispielen über die Aufgaben und Tätigkeiten der Denkmalpflege. Der Tag des offenen Denkmals sollte für die Bedeutung des kulturellen Erbes sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege wecken. An diesem Tag richtete sich der Blick weniger auf die bekannten Prachtbauten als auf die Denkmale "von nebenan".
Mit dem Thema "Wasser" stand die Trinkwasserversorgung, die Geschichte des Badens und die Nutzung der Wasserkraft im Mittelpunkt des Tages.
Der Chemnitz-Fluss
Der Chemnitz-Fluss war, wenngleich weder sonderlich breit, noch sonderlich tief, eine der Voraussetzung für die industrielle Entwicklung der Stadt. Auf 30 Kilometer Länge besitzt er ein größeres Gefälle als die Elbe zwischen Dresden und Hamburg. Für die ersten Mühlen war das schnell fließende Wasser der Chemnitz (Zwönitz / Würschnitz) von enormer Bedeutung. Durch diese Entwicklung zur Industriestadt mit dem enormen Bevölkerungswachstum wurden andere Aufgaben, die mit dem Wasser zusammenhingen notwendig: die körperliche Hygiene, die sportliche Betätigung und die Trinkwasserversorgung.
Bei Rundgängen entlang der Chemnitz und an den alten Mühlgräben von Erfenschlag können frühe Schauplätze der industriellen Entwicklung am Wasser begangen werden. So weisen Straßennamen wie "An der Ölmühle", "Inselsteig" oder "An der Walzenmühle" auf die Zeit, als zwischen Einsiedel und Chemnitz vier Mühlgräben der Zwönitz (damals "Chemnitzbach") die Wasserräder von Mühlen antrieben. Der am besten erhaltene und landschaftlich reizvollste Mühlgraben einer ehemaligen Papiermühle befindet sich im Wasserwerkspark von Altchemnitz.
Vom Stadtbad aus beginnt ein innerstädtische Rundgang zur Färberei Haase – ein wunderschöner Ziegelbau – und dem Walzenwehr an der Georgbrücke. Als eines der beiden einzigen Wehre dieser Art in Deutschland steht es unter Denkmalschutz. Entlang der Schloßstraße befinden sich alte und erhaltungswürdige Gebäude. Ehemalige Fabrikanlagen, die Möbelfabrik Rother & Kuntze und das Eichamt werden restauriert und zu Gewerberäumen und Wohnungen umgebaut. Den Abschluss des Rundganges bilden drei markante Brücken über die Chemnitz. Der Weg führt zum Pfortensteg, eine der ältesten Brücken der Stadt, vorbei an der Kaßbergauffahrt zur Bierbrücke. Die Bierbrücke verdankt ihren Namen der Tatsache, dass Bierfässer zur Einlagerung von der Stadt über den Fluss in die Kaßbergkeller transportiert werden mussten.