Als in der ehemaligen Bundesrepublik Italiener, Griechen, Türken oder Jugoslawen schon keine Seltenheit mehr waren, als es begann klar zu werden, dass viele von ihnen heute kommen und morgen bleiben, fand auf Initiative der Kirchen im Jahre 1975 ein erster so genannter "Ausländersonntag" statt.
Es sollte keine Eintagsfliege bleiben, und es gab auch wenig Anlass, nur Sonntagsreden zu halten, und so wurde schon kurze Zeit darauf von einem Vorbereitungsausschuss, bestehend aus Kirchen, Gewerkschaften und Ausländerbeauftragten, zur ersten "Woche des ausländischen Mitbürgers" aufgerufen. Die Woche selbst fand schnell Anklang in vielen Städten und Gemeinden, der Name dagegen immer weniger.
Ab 1991 sollte die Woche dann "Interkulturelle Woche" heißen, und sie wurde auch erstmals in den neuen Bundesländern begangen, in Städten und Gemeinden, wo der Anteil ausländischer Einwohner erheblich niedriger ist, es aber gleichzeitig an Vorbehalten und Ängsten gegenüber Fremden nicht mangelt.
Auch Chemnitz als drittgrößte Stadt Sachsens, mit einem Anteil ausländischer Einwohner von ca. 2%, folgte seit 1991 jährlich dem Aufruf des Vorbereitungsausschusses.