Chemnitzer Kulturfestival BEGEGNUNGEN 2009
Programm vom 07. bis 11. Oktober 2009
Mittwoch, 07. Oktober 2009
Mittwoch, 07. Oktober 2009
Live 19:00 Uhr / Markuskirche
Festakt der Stadt Chemnitz „20 Jahre friedliche Revolution – Chemnitzerinnen und Chemnitzer erinnern sich“
Nach der Festsansprache durch die Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig geben Hartwig Albiro, damals Schauspieldirektor an den Städtischen Theatern, und Christoph Magirius, damals Superintendent, ihre „Erinnerungen an den Herbst ´89 in Karl-Marx-Stadt“ wieder.
Die anschließende Aufführung des Oratoriums „Canto General“ eröffnet gleichzeitig das Kulturfestival „Begegnungen“.
Das Oratorium für zwei Solostimmen, Chor und Orchester von Mikis Theodorakis entstand nach Texten von Pablo Neruda und begeistert seitdem weltweit die Menschen mit seinen leidenschaftlichen Klängen und dem Gesang, z. B. über die Schönheit der Natur und die Sehnsucht nach Freiheit und Menschlichkeit. Unter der musikalischen Leitung von Maja Sequeira wirken mit: Jana Frey (Mezzosopran), Ingolf Seidel (Bariton), Singakademie Chemnitz e.V., Städtischer Kinderchor, Instrumentalensemble
Eintritt frei
Mittwoch, 07. Oktober 2009
Vision / 20:00 Uhr / Weltecho
Winter adé – Filmische Vorboten der Wende: Kurzfilmprogamm
Die Reihe „Winter adé – Filmische Vorboten der Wende“ versammelt zwölf Lang- und fünfzehn Kurzfilme aus der letzten Dekade des Kalten Krieges. Spiel-, Dokumentar-, Animations- und Experimentalfilme, die einen authentischen Blick auf das Leben unter totalitären Bedingungen wagen und so politischen und künstlerischen Veränderungsbedarf einklagen.
Diese Werke haben auf visionäre Weise Grenzen erweitert und wurden dabei selbst manchmal Katalysatoren gesellschaftlicher und Vorreiter filmästhetischer Neuerungen. Das internationale Kurzfilmprogramm bietet Einblicke in geschlossene totalitäre Systeme, in denen mit Freiheiten geizig umgegangen wird. Gewalt, Punkmusik und Ironie durchbrechen die absurde Gleichförmigkeit.
Gezeigt werden die Kurzfilme
EIN-BLICK (BRD 1987) Regie: Gerd Conradt,
Z MOJEGO OKNA / AUS MEINEM FENSTER (Polen 1978-2000) Regie: Józef Robakowski,
TRABANTOMÁNIA (Ungarn 1982), Regie: János Vető,
SCHESTOKAJA BOLESN MUSCHTSCHIN / DIE BRUTALE KRANKHEIT DER MÄNNER (UdSSR 1988) Regie: Igor und Gleb Alejnikow,
LESSORUB / HOLZFÄLLER (UdSSR 1985) Regie: Jewgeni Jufit,
SANCTUS, SANCTUS (DDR 1988) Regie: Thomas Werner,
KONRAD! SPRACH DIE FRAU MAMA ... (DDR 1989) Regie: Ramona Koeppel-Welsh.
www.deutsche-kinemathek.de
Eintritt: 6 Euro/ 4 Euro ermäßigt
Mittwoch, 07. Oktober 2009
Live 22:00 Uhr / Weltecho
Was mir fehlt...!
Songs aus’m Osten
Man muss nicht der DDR nachtrauern, aber wenn man einiger ihrer, mit zahlreichen Auftrittsverboten belegten Sänger gedenkt, endlos zensiert, inhaftiert, ausgebürgert oder irgendwann geflohen, dann darf einen doch eine leise Melancholie anwehen – oder besser: eine kräftige Traurigkeit. Einer solchen ist dieser Abend gewidmet und einigen ihrer herausragenden Vertretern: intellektuellen Trunkenbolden wie Gerulf Pannach, von „dem geilen song“ besessenen dichtenden Rüpeln wie Christian Kuno Kunert, lebensprallen Republikflüchtigen wie Manfred Krug, aus der Umklammerung von Stasi und Alkohol verheerend schön Aufschreienden wie Peter „Cäsar“ Gläser - oder Wolf Biermann oder Eva-Maria Hagen oder Lift oder Renft oder anderen, immer aber und unter allen Umständen mit großem Gesang sich Wehrenden.
Präsentiert wird dieser Abend von den Musikern Gunther Lietz und Thilo Mündel-Wyman sowie dem Schauspieler Ulf Deutscher – das ist keine Rockband, das ist aber mit zwei Gitarren, Geige, Akkordeon und kleiner Trommel das Konzentrat einer Rockband und „Jedenfalls“, so urteilte die Presse, als man vor genau zehn Jahren an gleicher Stelle aufspielte, „ein Heidenspaß“.
www.weltecho.eu
Eintritt: 6 Euro/ 4 Euro ermäßigt
Donnerstag, 08. Oktober 2009
Donnerstag, 08. Oktober 2009
Dialog 18:00 Uhr / Jüdische Gemeinde
Juden in der DDR vor und nach der Wende
Der Zweck der Podiumsdiskussion ist es, durch lebendiges und konträres Gespräch sowie durch einleitende Lesungen den Besuchern die nicht einfache Thematik der Entwicklung des jüdischen Lebens in der DDR und dessen Kontinuität nach der Wende in den neuen Bundesländern zu Bewusstsein zu bringen. Wichtig ist dabei festzustellen, dass die jüdische Bevölkerung vom Ende des 2. Weltkrieges bis zur Wende in der DDR in einem stetigen Schrumpfungsprozess begriffen war, so dass die Zuwanderer aus den Ländern der GUS bald nach der Wende zu absoluten Mehrheiten in allen jüdischen Gemeinden geworden sind. Dem soll sowohl die Struktur der Veranstaltung als auch die Zusammensetzung des Podiums Rechnung tragen.
Gäste: Olga Kogan, Boris Lipkind, Jalda Rebling und Siegmund Rotstein Moderation: Peter Ambros
www.anatewka.de
Eintritt: 8 Euro / 6 Euro ermäßigt
Donnerstag, 08. Oktober 2009
Vision 18:00 Uhr / Galerie Roter Turm
GRENZENlosERleben II - Photographische Begegnungen
Unüberwindbar scheinende politische Grenzen sind in den letzten Jahrzehnten durchlässiger geworden oder ganz verschwunden, andere wiederum sind stärker geworden. Wie aber haben sich mentale Ein- und Ausgrenzungen verändert? In der Ausstellung "GRENZENlosERleben II - Photographische Begegnungen" zeigen Bayreuther und Chemnitzer Jugendliche verschiedenster Herkunft photographische Reflektionen zum Thema „Grenzen“ und „Nachbarschaft“. Gemeinsam ist den Jugendlichen, dass sie – auf beiden Seiten des ehemaligen Eisernen Vorhangs – fast ausnahmslos nach dem Mauerfall geboren wurden und so die Perspektive der jungen Generation auf dieses Thema zeigen.
Die ausgestellten Photographien entstanden in einem einjährigen Workshop zur Photographie, der von dem international renommierten Photographen Akinbode Akinbiyi begeleitet wurde. Regelmäßige Treffen mit den Medienwissenschaftlern Franziska Kurz und Ben Ulke rundeten das Programm des Workshops ab. Zur Vernissage erleben Sie einen musikalischen Beitrag aus Chemnitz und einen poetischen Beitrag aus Nicosia/Zypern, einer Stadt, in der politische und mentale Grenzen tagtäglich ins Bewusstsein treten.
Organisation: Bürgerinitiative Chemnitzer City e. V. in Zusammenarbeit mit dem Projekt „Searching for Neighbours“ an der TU Chemnitz Sponsoring und Unterstützung: Kulturstiftung des Freistaates Sachsen
Eintritt frei
Donnerstag, 08. Oktober 2009
Dialog 19:00 Uhr / Brauclub
DAS MAGAZIN Leseabend mit FÖN, Tilman Rammstedt und anderen
André Meier, MAGAZIN-Landkolumnist, weist Stadtmüden den Weg aufs Land (»Die kleine Aussteigerfibel«) präsentiert seinen MAGAZIN-Text, in dem er den endgültigen Sieg der Ostdeutschen über die Westdeutschen nachweist.
Fön sind die Schriftsteller Michael Ebmeyer (Kiepenheuer & Witsch, Piper), Tilman Rammstedt (Ingeborg-Bachmann-Preis 2008, Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis), Florian Werner (dtv, Nagel & Kimche) und der Songschreiber Bruno Franceschini (KOOK).
Zusammen machen sie Texte an Musik. Lyrik, kurze Prosa sowie Dialoge. Kompakt und komisch. Manchmal wird gesungen, meist gesprochen. Und alles ist betörend eingebettet in Arrangements zwischen Pop, Chanson und Jazz, an Klavier, Gitarren, Bratsche, Trompete und einem selbst gebauten Schlagzeug. Bei Fön finden Literatur und Musik zueinander und mögen sich dann auch so richtig. Fön überschreitet und verschiebt die Grenzen zwischen den Genres bis sich alles lieb hat. Was dabei herauskommt? Lauter Knüllertexte mit so hochtrabenden Titeln wie "Das A und O", "Solche und solche", "So schön wird's nie wieder" und "Sonst noch Wünsche". Klarer Fall: Fön schnappt jetzt über und will euch die Welt erklären. Und zwar "Ein bisschen plötzlich" - denn so heißt es, das neue Programm. Deshalb geht’s musikalisch verführerischer zur Sache denn je, zumal nun auch noch eine Kiste voller Rhythmus-Wunderwerkzeuge mit auf die Bühne kommt, die das Zeug zum Markenzeichen haben.
Moderation: Wiebke Porombka (Literaturredakteurin DAS MAGAZIN)
www.euerfoen.de, www.dasmagazin.de
Eintritt: 10 Euro / 8 Euro ermäßigt
Donnerstag, 08. Oktober 2009
Vision 20:00 Uhr / Weltecho
Winter adé – Filmische Vorboten der Wende: ,,JADUP UND BOEL’’
DDR 1981/1988 Regie: Rainer Simon, 35 mm, 103 Min.
JADUP UND BOEL war der letzte Spielfilm der DEFA-Geschichte, der nach seiner Fertigstellung verboten wurde. Er zeigt eine in Ritualen festgefahrene, provinzielle Gesellschaft, die mit ihrer Geschichte nicht umzugehen vermag. Der Mikrokosmos einer Kleinstadt mit seinen personellen Konstellationen bietet Rainer Simon das ideale Modell zur Darstellung einer erstarrten Gemeinschaft. Die Offenheit von Inhalt und Form machen diesen Film zu einem besonderen Ereignis der DDR Filmgeschichte. Mit Kurt Böwe und Katrin Knappe in den Titelrollen sind zudem zwei der bekanntesten DDR SchauspielerInnen zu sehen. Im Anschluss an den Film spricht die Dramaturgin Esther Holland-Merten (Schauspiel Chemnitz) mit der Hauptdarstellerin Katrin Knappe über den Film, die DEFA und die Schauspielkunst in der DDR.
www.deutsche-kinemathek.de
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro ermäßigt
Donnerstag, 08. Oktober 2009
Bühne 20:00 Uhr / Schauspielhaus, Kleine Bühne
Unternehmen Bühne Leipzig: Die Existenzgründer (Premiere)
Genug von Hartz IV und nervigen Auseinandersetzungen mit dem „A-Amt“, voll mit Träumen und Visionen, bereit für harte Arbeit und Selbstausbeutung nehmen junge Leute ihr Schicksal in die Hand und starten den Weg in die Selbstständigkeit: Raus aus Hartz IV und hinein in die Marktwirtschaft. Das Stück verknüpft die Biografien verschiedener Personen zu einer Geschichte über die Wende, Hartz IV, die Wirtschaftskrise, verlorengegangene Visionen, Rechtsradikalismus, Fernweh und Existenzgründung. Die Stückidee orientiert sich an mehreren Protokollen, die mit 16 Hartz IV Empfängern entstanden sind, die sich selbstständig machten. Die Erfolgsquote lag nach zwei Jahren bei 25 %, alle anderen waren wieder als Hartz IV Empfänger registriert.
www.unternehmen-buehne.de
Eintritt: 9,50 Euro
Donnerstag, 08. Oktober 2009
Live 21:00 Uhr / Weltecho Café
L´art de passage
Der Name ist Programm, die „Kunst des Übergangs“ Konzept. Das ungezwungene Spiel mit der Balance zwischen Tango, Musette, jazzigen und klassischen Elementen, die musikalische Vielfalt und die perfektionierte Spieltechnik haben Konzerte von L’art de passage bis heute zu einem besonderen Erlebnis gemacht.
Ihr erstes Programm, aufgeführt im Februar 1987 im Leipziger Klub Moritzbastei, hieß "Sehnsucht nach Veränderung" und avancierte zu einem der meistverkauften Jazz-Alben der DDR. Nach über zwanzig produktiven Jahren tritt das ostdeutsche Weltmusik-Ensembles um Tobias Morgenstern, Rainer Rohloff, Stefan Kling sowie Rolo und Chris Rodriguez mit ihrem neuen Album "Im Fluss der Zeit" auf.
“L’art de passage mischt die Welt durch. Epochen, Stile und geographische Fixpunkte wechseln ständig im urwüchsigen, eleganten Spiel auf höchstem Niveau.“ Th. Rühmann
www.lartdepassage.de
Eintritt: 16 Euro / 12 Euro ermäßigt
Freitag, 09. Oktober 2009
Live 19:00 Uhr / Clubkino Siegmar
Wenzel Spezial
Wenzel lebte bereits zu DDR-Zeiten als freischaffender Künstler und war von 1978 bis 1999 gemeinsam mit Steffen Mensching als Kabarett-Clowns-Duo Wenzel & Mensching erfolgreich.
Die erste Schallplatte „Stirb mit mir ein Stück“ erscheint 1986. Dafür erhält Wenzel die „Goldene Amiga“. Noch 1990 erhält er den Heinrich-Heine-Preis des Ministeriums für Kultur der DDR. Im wiedervereinigten Deutschland folgen weitere Preise für verschiedenste Projekte. So erhält er beispielsweise zusammen mit Steffen Mensching 1995 den Deutschen Kabarettpreis. 2002 folgt der Deutsche Kleinkunstpreis für Woody-Guthrie-Collage und 2003 der Deutsche Ruth des TFF Rudolstadt.
Der Wenzel Abend beginnt mit dem
Spielfilm „Letztes aus der DaDaeR“, einer Adaption der Bühnenprogramme von Wenzel & Mensching. Im Film begeben sich die beiden Clowns 1990 auf eine Reise zu markanten Orten der DDR und thematisieren die turbulenten Ereignisse der vergangenen zwölf Monate.
Anschließend spielt Wenzel sein Programm zur ersten Solo CD, kurz:
„Wenzel:Solo:Live“! Handgespielt und mundgesungen! Mit Klavier, Gitarre und Harmonika sowie seiner unverkennbaren Stimme präsentiert der vielseitige Musiker, Poet und Clown das Programm zu seiner ersten Solo CD. Dabei ist Wenzel ein Meister der Improvisation. Er verzaubert seine Hörer mit Ironie, Zorn und Wortakrobatik und dem Klang seiner von Whiskey und Rauch, von Wehmut und Rausch gegerbten Stimme. Dabei verbindet er Melancholie und Lebenslust miteinander und vermag es, die vielen Facetten des Lebens humorvoll und nachdenklich aufzuzeigen. Nur auf sich gestellt, breitet Wenzel die Flügel aus und trägt uns mitten in die Welt.
www.wenzel-im-netz.de
Eintritt: 16 Euro / 12 Euro ermäßigt
Freitag, 09. Oktober 2009
Vision 19:30 Uhr / Weltecho
Winter adé – Filmische Vorboten der Wende: ,,ÜBERALL IST ES BESSER, WO WIR NICHT SIND’’
BRD 1989, Regie: Michael Klier
Jerzy und Ewa sind unabhängig voneinander auf dem Weg in den Westen, nach Amerika. Dabei begegnen sie sich zufällig immer wieder auf ihrem Weg von Warschau über Berlin nach New York. Sie sind getrieben von der Hoffnung, eine neue Heimat zu finden, einen Ort an dem alles besser ist. Auf ihrer Reise stellen sie jedoch fest, dass sich die Orte in ihrer Tristesse gleichen und die bessere Stadt nicht existiert. Das sie sich gefunden haben, ist das einzige Merkmal von Heimat für beide. Die beiden polnischen Flüchtlinge revidieren ihre Utopien vom Westen, West-Berlin erweist sich als Durchgangsstation. Auf beiläufige, dabei fast visionäre Weise nimmt der Film Entwicklungen globaler Migrationsbewegungen vorweg.
Preise: Salsomaggiore 1989: Bester Film Preis der Deutschen Filmkritik 1990 Adolf Grimme-Preis für Drehbuch und Regie eines Fernsehspiels (an Michael Klier) Hessischer Filmpreis 1990: für Regie (an Michael Klier)
Im Anschluss an den Film spricht die Dramaturgin Esther Holland-Merten (Schauspiel Chemnitz) mit dem Regisseur Michael Klier über den Film und das Filmemachen.
www.deutsche-kinemathek.de
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro ermäßigt
Freitag, 09. Oktober 2009
Live / 22:00 Uhr / Weltecho
Simone Elliott
(Seattle/Chemnitz) Singasongwriter Programm mit Eigenkompositionen und Revolutionsliedern
Simon Elliott ist Solotänzerin des Balletts der Oper Chemnitz und außerdem Sängerin und Liedermacherin. Im Weltecho präsentiert sie eigene Songs und interpretiert Fremdkompositionen mit Westerngitarre und ihrer aufregenden Stimme. Über ihre Musik sagt sie: I like to write my songs about my life situations; about love, relationships, joy, heartache and pain. It is normally in my moments of pain and sorrow where I feel the need to compose. I tend to write a lot about love, or missing love. Love is a theme that everyone can relate to. Whether they have love in their lives or they are lacking love. Negatively or positively, one can somehow relate to love.
www.weltecho.eu
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro ermäßigt
Freitag, 09. Oktober 2009
Live 22:00 Uhr / Atomino
Pentatones
The Mosaique Beat Ensemble
Seinen Ursprung hat das Ensemble in den Tiefen des Schwarzwaldes wo die Cousins Hannes Waldschütz und Le Schnigg Ende der 90er anfingen mit elektronischen Beats zu experimentieren.
Nach zahlreichen Konzerten in verschiedenen Konstellationen, mit Musikern der Band Äl Jawala oder dem Rapper Flomega, trafen sie schließlich in Weimar auf die Sängerin Delhia und den Pianisten Albrecht Ziepert. Die beiden Jenenser aus dem musikalischen Umfeld von Freude am Tanzen gaben dem vornehmlich elektronischen Sound der Cousins eine Stimme und musikalische Tiefe. So fand das Quartett seine Form und ist seit nunmehr drei Jahren dabei mit Kontrabass, Synthesizer, Piano, Vocals, Sequenzer und Sampler eine Bühne nach der anderen zu erobern.
Wer diese Band kennt, der spricht in Bildern um ihre Musik zu beschreiben. Wer sie je live erlebt hat, hat eine Idee dessen, was sich hinter dem Begriff "mosaique beats" versteckt
"Sich selbst bezeichnen Pentatones gerne als Mosaique Beat Ensemble und tatsächlich erinnert ihre Musik an ein geniales Klangmosaik aus technoiden Beatstrukturen und melodischen Jazzlinien, durchwoben von TripHop- und Elektroelementen. Mit ihrer faszinierenden Mischung ziehen sie jedes Publikum in ihren Bann, irgendwo zwischen Konzertsaalwürde und Tanzflächentumult." (GeMe, 08/08)
Vocals & Text: Delhia
Beats & Sampling: le Schnigg Bass & Synthesizer: Hannes Waldschütz
Piano & Synthesizer: Albrecht Ziepert
www.myspace.com/pentatones, www.brezelwurst.de/pentatones
Eintritt: 8 Euro / 6 Euro ermäßigt
Freitag, 09. Oktober 2009
Live 23:00 Uhr / Weltecho Café
RotFront
Wenn das Emigrantski Raggamuffin Kollektiv RotFront loslegt, gibt es kein Halten mehr. Denn Mittanzen heißt die Devise der angesagten Partyband aus Berlin.
Spätestens nach den ersten Songs verschwinden die Grenzen zwischen Bühne und Tanzfläche spurlos. Und Grenzen zu durchbrechen ist die eigentliche Mission von RotFront. Über Politik wird zwar nie gesungen, jedoch wird am eigenen Beispiel bewiesen, wie natürlich und harmonisch der Austausch zwischen verschiedenen Nationalitäten, Musikrichtungen und Kulturen funktionieren kann. Ein Ukrainer, zwei Ungarn, ein Amerikaner, ein Australier und fünf Deutsche mischen in ihren Songs Ska, Reggae, Dancehall und Cumbia-Sounds mit Klezmer, frechen Hiphop mit Berliner Schnauze, osteuropäischer Turbopolka, mediterranen Melodien und Rockriffs.
RotFront wurde 2003 von zwei Berliner Emigrantskis Yuriy Gurzhy und Simon Wahorn gegründet. Gemeinsam mit seinem ungarischen Musiker-Kollegen Simon Wahorn hob der Mitbegründer der bekannten RussenDisko, Yuriy Gurzhy, das Emigrantski Raggamuffin Kollektiv RotFront aus der Taufe.
www.rotfront.com
Eintritt: 16 Euro / 12 Euro ermäßigt
Samstag, 10. Oktober 2009
Dialog / 16:00 Uhr / DAStietz Veranstaltungssaal
Die Nacht in der die Mauer fiel
Der 9. November 1989 ging in die Geschichtsbücher ein. Die auf einer Pressekonferenz der DDR-Regierung irrtümlich verlesene Mitteilung, Reisen in den Westen seien ab sofort möglich, löste einen Sturm auf die Berliner Mauer aus, dem sich die Grenzsoldaten nicht widersetzen konnten. Nach 28 Jahren öffnete sich der Eiserne Vorhang. In dem Erzählungsband „Die Nacht, in der die Mauer fiel“ lassen 25 Autoren aus Ost und West die historische Nacht Revue passieren. Sie schildern, was sie erlebten, was sie fühlten und wie sie sich heute daran erinnern.
Zwanzig Jahre später lesen die bekannte Chemnitzer Autorin Kerstin Hensel sowie Katja Lange-Müller und Thomas Rosenlöcher erneut ihre Texte aus diesem Buch. Im Gespräch mit dem Herausgeber Renatus Deckert erinnern sie sich an eine Nacht, die ihr Leben veränderte.
www.suhrkamp.de
Eintritt: 8Euro / 6 Euro ermäßigt
Samstag, 10. Oktober 2009
Live 17:00 Uhr / St. Pauli-Kreuz Kirche
Gerhard Schöne singt, wenn Franticek niest
Gerhard Schöne gehört zu den wenigen der ostdeutschen Liedermacher, deren Popularität die politischen Turbulenzen der letzten Jahrzehnte ungebrochen überstanden hat. Seine Lieder für große und kleine Menschenkinder begleiten viele in Ost und West bereits über zwei Generationen. Gerhard Schöne bleibt mit Unbeirrbarkeit bei seinen Themen und gewinnt der Alltagswelt immer wieder die phantasievollen Seiten ab. Gerhard Schöne liebt die Veränderung und bleibt dabei doch sich und seinem Publikum treu. Sein Publikum nimmt er auf seine sanften Abenteuerreisen mit. Dabei ist Schöne ein Meister der leisen Töne, der seine Worte lebt. Ob Jule, Meeresbezwinger Thomas oder das Böse Baby Kitty Schmidt: Gerhard Schönes Lieder gehören zum Allerbesten, was hierzulande Kinder (aber nicht nur sie) hören und erleben können. In seinem ersten Kinderbuch „Wenn Franticek niest“ hat er zu Zeichnungen seines fünfjährigen Sohnes Jona Geschichten aufgeschrieben. In seinem neuen Familienkonzert „Gerhard Schöne singt, wenn Franticek niest" gibt es davon einige Kostproben, doch wird dabei kaum ein Kinderlied-Klassiker fehlen. Kleine wie große Menschenkinder werden dies wie immer ziemlich ungeniert und richtig genießen.
www.gerhardschoene.de
Eintritt: 10 Euro / 5 Euro ermäßigt
Samstag, 10. Oktober 2009
Bühne 19:30 Uhr / Sächsisches Industriemuseum, Hof
Theater Titanick: Die Macht der Kerze (Uraufführung)
Dass Theater Grenzen überschreitet, beweist Theater Titanick nicht nur in seinen Inszenierungen. Das 1990 von Künstlern aus Leipzig und Münster gegründete Kooperationsprojekt war bereits 2001 in Chemnitz zu Gast und versetzte das Publikum mit INSECT in Begeisterung. In diesem Jahr zeigt Theater Titanick anlässlich des 20jährigen Jubiläums der friedlichen Revolution die eigens für diesen Anlass konzipierte Inszenierung „Die Macht der Kerzen“.
Das Open-Air-Spektakel nimmt die Zuschauer mit auf eine Reise zurück in die Eigenarten der Produktionsabläufe in der DDR sowie in die Zeit der Wende, in der die Kraft der Kerzen schließlich die friedliche Revolution einleitete. Eine riesige Industriemaschine wird zur Bühne: Hier nehmen die Arbeiter ihre Plätze ein und setzen den Produktionsprozess in Gang. Schlote speien Feuer, Vorschlaghämmer versprühen Funken, Schweißgeräte verschießen ihre Blitze: eine metallverarbeitende Maschine aus Mensch und Material ist in Aktion. Doch bei ihren Tätigkeiten werden die Arbeiter fortwährend belauscht, beobachtet und überwacht.
Surreale Figuren, titanische Kakerlaken mit Hörrohren und Ferngläsern registrieren jede ihrer Bewegungen. Ganz allmählich formiert sich Widerstand, bis die Arbeiter schließlich immer mehr aufbegehren. Doch dieser Protest bleibt gewaltfrei – die Kerze wird zum Symbol des Widerstandes. Sie lässt nicht nur die Kraft der Arbeiter wachsen, ihr Feuer sorgt auch dafür, dass schließlich die Mauern der Maschinerie einreißen.
www.titanick.de
Eintritt: 10 Euro / 6 Euro ermäßigt
Samstag, 10. Oktober 2009
Live 18:00 Uhr / Museum Gunzenhauser
Klangwerk - Neue Musik Konzert: Übergänge
Frank Maibier (geb. 1959): „texthast“ Akustische Rauminstallation, UA
John Cage (1912 – 1992): „Four“, Part I (1989) für Streichquartett
Hans Tutschku (geb. 1966): „Übergänge“ (1989), Elektronische Komposition
John Cage: „Four“, Part II
Elena Firssowa (geb.1950): „amoroso“ (1989) für Streichquartett
Konzertante Klanginstallation: Frank Maibier
ensemble 01 : Andreas Winkler, Ruth Petrovitsch – Violine, Ulla Walenta – Viola, Enrico Schüler - Violoncello
Das Konzertprojekt „Übergänge“ bringt Stücke zusammen, welche in ihrer Entstehungszeit einen direkten Bezug zum „Wendejahr“ 1989 besitzen. Es sind vier Werke welche unterschiedlicher kaum sein könnten:. Alle drei Werke des Abends entstanden in einer Zeit der „Quantensprünge“, längere Zeit schon vollzogen sich gesellschaftliche Veränderungen, welche im Jahr 89 schließlich auch eine qualitative Veränderung erfuhren, in Deutschland bekanntlich mit dem Begriff „Wende“ bezeichnet. Ohne das alte Ost – West – Denken vordergründig zu benutzen, sind die Werke so gewählt, dass ein kompositorischer „Vertreter“ der Neuen Welt auf ein Werk trifft, welches in der Noch – Sowjetunion entstanden ist. Stilistisch sehr unterschiedlich stehen beide Werke für eine Wirklichkeit, welche sich in eben ihren vielfältigen, nicht immer genau zu benennenden Erscheinungsform ebenso vielfältig und komplex in künstlerisch – musikalischer Hinsicht äußert. Als lebendigen akustischen Rahmen dazu wird eine konzertinstallatorische Arbeit des Künstlers Frank Maibier stehen, er stellt abstrakte und direkte Bezüge zum Jetzt in den Raum, 20 Jahre lösen sich in der Zeit auf, Gegenwärtiges pulsiert.
www.klangwerk-chemnitz.de
Eintritt: 10 Euro / 8 Euro ermäßigt
Samstag, 10. Oktober 2009
Bühne 20:00 Uhr / Weltecho
Nachbarschaftstänze!
Magdalena Paszkiewicz (PL) "work in progress" und Katy Hernan (CH) " SOLO Plural"
Magdalena Paszkiewicz ist eine der avanciertesten Choreografinnen der freien Tanzszene in Lodz und beeindruckte schon letztes Jahr mit Ihrer Arbeit "Borderline" die Besucher der BEGEGNUNGEN. Wurzelnd im Modern findet sie in der ihr eigenen Schlichtheit immer wieder beeindruckende poetische Bilder, welche u. a. auch aus der Formenvielfalt der polnischen Folklore schöpfen. Wir freuen uns auf die Fortsetzung der im letzten Jahr begonnenen Zusammenarbeit, die jetzt in diese extra für das Café im Weltecho entwickelten Premiere gipfelt und im Winter bei der "Spotkani Theatrale Lodz" zu sehen sein wird!
ZOOSCOPE PRODUCTIONS präsentiert KATY HERNAN in SOLO PLURIEL: My body accumulate through time a memory,physical and emotional, all the senses are awaken. I am not one, I am plural. This solo is plural, because it's ME with YOU. Because we are alone and together at the same time. Because we are always ONE and PLURAL in our own body, a complex body. Katy Hernan, Migros Premio- Preisträgerin (bester Nachwuchs), Residenzen in Huesca (Spain) und Antwerpen (Belgien) ist eine der Grenzgängerinnen der europäischen Tanzszene, die immer wieder in die Grenzbereiche des Tanzes vordringt und mit eigener unglaublich anmutender Virilität auslotet. Katy Hernan absolvierte ihre Ausbildung an der School for New Dance Development und arbeitete u. a. mit den Choreografinnen Traja Harell und Nicole Beutler.
www.weltecho.eu
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro ermäßigt
Samstag, 10. Oktober 2009
Live 21:00 Uhr / Sächsisches Industriemuseum
Sonderausstellungshalle
Keimzeit : Stabile Währung Liebe
Gegründet im Jahr 1982 folgen erst 1988, nach bereits unzähligen erfolgreichen Konzerten, die ersten Studioaufnahmen beim damaligen DDR Rundfunk. In den folgenden Jahren wurden ihre Songs immer häufiger im Radio gespielt und avancierten für viele zum Soundtrack der Wende. 1990 schließlich erschien das erste Album mit dem Titel „Irrenhaus“ und es folgten weitere erfolgreiche Produktionen. Nach den rauschenden Feierlichkeiten zum 25. Bandjubiläum im Jahre 2007 verordneten sie sich für das Jahr 2008 eine kreative Auszeit. Jetzt sind sie zurück, mit einem neuen Album und neuen Sounds.
Das Ganze in temperamentvollem Latin-Sound mit sattem Bläsersatz. Stilistisch gibt es ohnehin keine Grenzen. Urbane, jazzig-coole Stimmungen wechseln mit tanzflächen-affinem Gitarrenpop und flirrender, clubinspirierter Rhythmik. Im Background tauchen verwirrende Samples auf, gelegentlich schräge Mariachi-Sätze. Auch an lyrischer Vielfalt herrscht wie üblich kein Mangel. Dennoch gibt es unverkennbar ein zentrales Thema, die Liebe. Besungen werden die wundervollen Anfänge, wo sich keiner recht vorstellen kann, was er bisher ohne den anderen gemacht hat. Ein Ende ist sowieso undenkbar, die Liebe ist schließlich die einzige stabile Währung. Wie war das doch: Keine lausigen Kompromisse - Keine halben Sachen. Dieses Mal soll es anders werden.
Keimzeit 2009 sind: Norbert Leisegang vocals, guitars, Andreas „Spatz“ Sperling keys, guitar, vocals, Roland Leisengang drums Rudi Feuerbach guitars, vocals Hartmut Leisegang bass
www.keimzeit.de
Eintritt: 20 Euro / 16 Euro ermäßigt
Samstag, 10. Oktober 2009
Live 22:00 Uhr / AJZ
Sandow
Gerade im Bereich der Musik gab es zu DDR-Zeiten neben einer „offiziellen“ Jugendkultur eine äußerst lebendige Subkultur, welche die Träume und Gedanken vieler junger Menschen widerspiegelte. Bands wie Sandow verstanden es, diese mit ihrer Musik und ihren Texten zu artikulieren. Mit „Born in the GDR“ setzte die 1982 gegründete und nach einem Stadtteil der damaligen Braunkohle-Stadt Cottbus benannte Band ihre Antwort auf einen Auftritt Bruce-Springsteens mit „Born in the USA“ bei einem FDJ-Konzert in der damaligen DDR. Nachdem sich Ende 1999 die Band auflöste, gründeten Kai-Uwe Kohlschmidt, Tilman Fürstenau, Lars Neugebauer und Chris Hinze 2005 die Band neu. Ihr Album „Kiong-Gefaehrten der Liebe“ erschien 2007.
www.sandow.de
Eintritt: 14 Euro / 10 Euro ermäßigt
Samstag, 10. Oktober 2009
Live / 22:00 Uhr / Weltecho
Rainer von Vielen & Kauz - Die Band (D)
Dan le Tard: Bass, Niko Lai: Schlagzeug, Rainer von Vielen: Gesang, Gitarre Programmierung, Akkordeon, Mitsch Oko: Gitarre DJ: Marco Stani (Klub Solitär/GetYourPolis Chemnitz)
Rainer von Vielen ist schon lange nicht mehr einer von Vielen. Der Laptopbastler zieht seit acht Jahren mit seiner Band unter dem selbst erfundenen Motto "ElektroPunkHop spaltet Atome und heilt Inzest" durch die Clubs der Republik. Neben seinem Dasein als Bandleader und Performer schreibt Rainer von Vielen Filmmusik. Auf der Bühne geht es ans Eingemachte: Obertongesang, Laptop, Punk auf Hip-Hop und ein begeistertes Publikum. "Das mit der Rebellion sieht heute stark nach Marketing aus" - so Rainer von Vielen – der Gewinner des "Protestsong-Contest" vom österreichischen Radiosender FM4.
www.rainervonvielen.de
Eintritt: 16 Euro / 12 Euro ermäßigt
Sonntag, 11. Oktober 2009
Bühne / 11:00 Uhr / Museum Gunzenhauser
Salonoper: Wohin wenden wir uns?
Ein Stück menschlicher Entwicklung
Uraufführung einer Theaterperformance u. a. mit Texten und Liedern von Autoren, die in der DDR nicht erscheinen durften, da sie als „systemzersetzend“ eingestuft wurden, die nun in der Edition „Die Verschwiegene Bibliothek“ der Büchergilde Gutenberg veröffentlicht wurden und im Archiv der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“ gesammelt sind. Bleibt Utopie, Utopie? Wenn ja, ist es gut so? Was treiben wir gerade? Was hatten wir vor? Hatten wir was vor? Jammern wir auf hohem Niveau?
Warum gab es nie wirklich eine Komplexannahmestelle?
Eine Produktion zwischen Sabine Sterken – Regie (salonoper chemnitz), Timm Burkhardt – Video (YouAreWachtingUs), Julian Hetzel – Soundcollagen (pentatones)
www.salonoper.de, www.salonoper.de, www.youarewatchingus.com, www.pentatones.de
Eintritt: 10 Euro / 8 Euro ermäßigt
Sonntag, 11. Oktober 2009
Dialog / 16:00 Uhr / Chemnitzer Kabarett
Peter Ensikat: Populäre DDR-Irrtümer
Peter Ensikat, 1941 in Finsterwalde geboren, studierte Schauspiel in Leipzig und spielte an Theatern in Dresden und Berlin. Quasi nebenbei schrieb er Texte für das Kabarett, so auch für die Berliner „Diestel“, wo er schließlich von 1999 bis 2006 als künstlerischer Leiter tätig war. Er erhielt 1985 den Lessing-Preis der DDR sowie 1988 den DDR-Nationalpreis. 2009 wurde Peter Ensikat gemeinsam mit Wolfgang Schaller mit dem Stern der Satire ausgezeichnet.
In diesem Bühnenprogramm zu seinem Buch der alten und neuen Irrtümer über alles, was mit der DDR zu tun hat, gelangt der Schriftsteller und Kabarettist Peter Ensikat zu der Erkenntnis: „Es sind nicht die Unterschiede zwischen den beiden von mir erlebten Systemen, die mich erschrecken. Es sind die Ähnlichkeiten. … Das Politbüro der SED hatte eines gemeinsam mit dem Vorstand der Deutschen Bank. Beide wurden und werden nicht vom Volke gewählt, und beide hatten beziehungsweise haben zu viel Macht.“ Doch wer meint, die Wahrheit über die DDR zu kennen und sich nicht zu irren, wird hier genauso widerlegt wie der, der seinen eigenen Erinnerungen nicht mehr traut. Knapp zwanzig Jahre nach dem Ende der DDR wird es Zeit, sich noch einmal zu erinnern, was sich zwischen „Arbeiter- und Bauernstaat“ und „Zensur“ abgespielt hat. Dies ist kein DDR-Brockhaus, auch wenn hier populären Irrtümern lexikalisch zu Leibe gerückt wird. Dieses Lexikon erlaubt ohne Nostalgie oder Ostalgie einen Blick zurück, in eine Vergangenheit, über die eigentlich jeder Bundesbürger mitreden kann.
Das Gegenteil von einem Irrtum ist ein Irrtum (Hanns Eisler)!
www.das-chemnitzer-kabarett.de
Eintritt: 12 Euro / 10 Euro ermäßigt
Sonntag, 11. Oktober 2009
Dialog / 18:00 Uhr / Stadtbibliothek im TIETZ, Bereich Wissenschaft &Technik
Bye bye, Lübben City
Christoph Dieckmann, Christian Kunert (Renft) und Wolfgang Bodag (Engerling) im Gespräch über Bluesfreaks, Tramps und Hippies in der DDR
Lange Haare, Parka, Jeans und Jesuslatschen, so sahen sie aus, die Hippies der DDR. Oft konnte man sie trampender Weise am Straßenrand sehen, oder ihre für Außenstehende oft archaisch wirkenden Trinkgelage auf Volksfesten oder in Dorfsälen beobachten. Einig war man sich in der Szene in der Ablehnung zukunftsfroher DDR- und FDJ-Weisheiten und bei der Suche nach einem anderen, echten, "nichtspießigen", nicht konsum-orientierten Leben sowie der Sehnsucht nach einem feuchtfröhlichen Dasein. Doch was steckte hinter dieser wilden Fassade der Ablehnung der gesellschaftlichen Konventionen der DDR? Wie ging der Staat mit diesen Aussteigern um? Und wie war die Szene organisiert?
Moderation Matthias Zwarg (Freie Presse)
www.stadtbibliothek-chemnitz.de
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro ermäßigt, Kombiticket (mit Konzert) 12 Euro und 10 Euro
Sonntag, 11. Oktober 2009
Live / 20:00 Uhr / Stadtbibliothek im TIETZ, Veranstaltungssaal
Engerling
Irgendwie passten sie in all den Jahren (gegründet 1975 in Berlin) nirgends so recht ins Konzept und haben es doch geschafft, sich selbst und ihrem Publikum treu zu bleiben. Den DDR-Kulturfunktionären schien die Band um Pianist und Songwriter Wolfram Boddi Bodag als Blues-Band zu weit weg vom Idealbild des liedhaften Rock als das man sie wirklich hätte groß raus kommen lassen. Blues-Puristen wiederum kritisierten mangelnde Authentizität einer Band, die sich um die Einhaltung des originalen Zwölf - Takt - Schemas wenig scherte und stattdessen Blueselemente nach Belieben mit Rock- und Soulelementen vermengte oder sich gar des psychedelischen Flower-Power-Lagers näherte.
www.stadtbibliothek-chemnitz.de
Eintritt: 10 Euro / 8 Euro ermäßigt, Kombiticket (Bye bye, Lübben City) 12 Euro und 10 Euro
Sonntag, 11. Oktober 2009
Vision / 20:00 Uhr / Weltecho
Winter adé – Filmische Vorboten der Wende: ,,WOZU DENN ÜBER DIESE LEUTE EINEN FILM?’’
DDR 1980, Regie: Thomas Heise, 33 min., Dokumentarfilm
Ein Porträt über Jugendliche, über das kleinkriminelle Milieu Ost-Berlins, eingefangen in kühnem Cinéma-vérité-Stil.
,,WINTER ADÉ’’
DDR 1988 Regie: Helke Misselwitz,
35 mm, 115 Min. Dokumentarfilm
Noch nie zuvor waren Frauen in der DDR derart offen und selbstverständlich vor die Kamera getreten, um von ihren Hoffnungen, Sehnsüchten und Enttäuschungen zu erzählen. Auf ihrer Reise durch die DDR dokumentiert Heike Misselwitz den Wunsch nach Veränderung und die Hoffnung auf mehr Menschlichkeit.
Preise:
- 31. Leipziger Dokumentar- und Kurzfilmwoche 1988: Silberne Taube,
-
Internationale Filmfestspiele Berlin 1989: Forum,
- Filmkritiker der DDR 1990: Preis "Dokumentarfilm/Fernsehpublizistik"
Anschließend Diskussion mit den Regisseuren Helke Misselwitz und Thomas Heise, Moderation und Filmdiskussion: Filmwissenschaftler Dr. Claus Löser, Kurator der Filmreihe
www.deutsche-kinemathek.de
Eintritt: 6 Euro / 4 Euro ermäßigt
Sonntag, 11. Oktober 2009
Bühne / 19:30 Uhr / Schauspielhaus
Hans-Otto-Theater: Staats-Sicherheiten
15 Schicksale aus dem Gefängnis
Regie: Clemens Bechtel Musik: Stephan Krawczyk Mit: Vera Lengsfeld, Heidelore Rutz, Edda Schönherz, Dieter Drewitz, Gilbert Furian, Mathias Melster, Erhard Neubert, Thomas Raufeisen, Hartmut Richter, Mario Röllig, Harry Santos, Dieter von Wichmann, Peter- Michael Wulkau, Hans-Eberhard Zahn
In »Staats-Sicherheiten« erzählen fünfzehn ehemalige Häftlinge aus den Stasigefängnissen von ihren Erfahrungen vor, während und nach der Haft. In den Kapiteln Festnahme, Transport, Untersuchungshaft, Prozess, Freilassung berichten sie von Spitzeln, Vernehmern und falschen Freunden. Sie erinnern sich an Unterdrückungsmechanismen und an Überlebensstrategien. Alle Betroffenen hatten biografische Brüche hinzunehmen, die sie für ihr weiteres Leben entscheidend beeinflussten. Die Aufführung »Staats-Sicherheiten« wurde im Februar 2009 mit dem Friedrich-Luft-Preis der Berliner Morgenpost ausgezeichnet und damit zur »besten Aufführung des Jahres 2008 in Berlin und Potsdam« gekürt. Die siebenköpfige Jury bezeichnete das Projekt als eine »bewegende Geschichtslektion«. Die Stärke der »Staats-Sicherheiten« liege in seiner Authentizität. »Ein Abend, der die Zuschauer gleichermaßen berührt und aufrüttelt«, so die Jury.
www.hot.potsdam.de
Eintritt: 9 Euro bis 16 Euro ermäßig, Ermäßigung wie am Veranstaltungsort üblich