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Chemnitzer Museumsnacht am 5. Mai 2012

Chemnitzer Museumsnacht 2012
Die Zahl 13 erwies sich für die diesjährige Ausgabe der Chemnitzer Museumsnacht am 5. Mai 2012 als Glückszahl. Rund 11.200 Besucher jeden Alters (9.000 verkaufte Tickets plus Kinder bis 14 Jahre) erkundeten auf ihrer diesjährigen nächtlichen Entdeckungstour das abwechslungsreiche Programmangebot. 50 Ausstellungen und mehr als 100 einmalige Angebote wurden an 28 Standorten mit viel Phantasie und Engagement von Chemnitzer Museen, Vereinen, Galerien und Einrichtungen vorbereitet. Die Besucherzahl stieg um ca. 2.650 gegenüber 2011 (8.550 Besucher). Ingesamt begrüßten die Organisatoren rund 35.600 Besucher in den 29 beteiligten Einrichtungen, die mit fünf Shuttle-Sonderlinien, mit dem PKW oder per Pedes zu erreichen waren.
 
„Das besondere Angebot“ der Chemnitzer Museumsnacht stand in diesem Jahr unter dem Motto „Zur jüngeren Geschichte des vorderen Kaßbergs: Von Stasiwillkür zu entfesselter Kultur“. Geplant waren drei Themenbereiche. Im Gebäude der ehemaligen Haftanstalt der DDR-Geheimpolizei auf der Kaßbergstraße engagierte sich der Verein Lern- und Gedenkort Kaßberg-Gefängnis e. V. mit Unterstützung der Stasiunterlagenbehörde Chemnitz. Man bot den rund 2.300 Neugierigen – die Wartezeiten bis zu drei Stunden in Kauf nahmen – bei Führungen durch die Zellentrakte, Gesprächen mit ehemaligen Gefangenen und Filmvorführungen ergreifende Einblicke in die Praktiken des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) beim Umgang mit politischen Gefangenen.
 
Das Gebäude der ehemaligen Stasizentrale – Hohe Straße 35 – heute Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium (Haus 2) nahmen Schüler des Grundkurses Geschichte der Klassen 11 im Zusammenhang mit der Präsentation einer „Fotodokumentation zur Bezirksverwaltung des MfS 1990“ zum Anlass, sich mit der Aufarbeitung der Geschichte dieses Schulteils zu beschäftigen und die Ergebnisse ihrer Nachforschungen zur Museumsnacht zu präsentieren. Das Haus „Arthur“ – Hohe Straße 33 – sollte für die kulturelle Nutzung seit der Wendezeit bis in die Gegenwart stehen. Das Programm mit Ausstellungen, Lesungen und Musik zur Thematik wurde leider kurzfristig vom Verein Arthur e. V. abgesagt.
 
Die Kunstsammlungen Chemnitz offerierten an ihren fünf Standorten ein vielfältiges Spektrum an Ausstellungen und Aktionen. Als Publikumsmagnet erwies sich mit 3.368 Besuchern das Museum am Theaterplatz mit den berühmten Bildern der „Peredwischniki – Malerei des russischen Realismus“, Gesprächen am Kunstwerk und dem beliebten Aktzeichnen. Groß war auch das Interesse am erstmalig präsentierten „Bilderbuch Chemnitzer Geschichte“ im Schloßbergmuseum Chemnitz (2.615 Besucher). Dazu interpretierte die Capella Cantorum alte Lieder und im Konventkeller ließen es sich die Feinschmecker beim traditionellen Whisky-Tasting gut gehen. Das junge Publikum konnte sich beim Backen von Brot- und Zwiebelkuchen im historischen Lehmofen ausprobieren. Im Museum Gunzenhauser war das Interesse an der Besichtigung des ehemaligen Sparkassentresors im Keller des Hauses besonders groß. Spezielle Führungen für Kinder, ein Museumsrätsel, Kurzführungen, Musik und Wein am Dix-Pavillon zogen 2.501 Nachtschwärmer an. Die Villa Esche mit dem Henry van de Velde-Museum stand Kunstkennern ebenso offen, wie die Burg Rabenstein mit ihrer Ausstellung zur Geschichte von Burg und Herrschaft Rabenstein.
 
Das Organisationsteam im TIETZ hatte für die 13. Ausgabe der Chemnitzer Museumsnacht ein ausgesprochen reiches und unterhaltsames Programm vorbereitet. So wunderte es nicht, dass mehr als 6.700 Gäste das Angebot des erstmalig organisierten Designmarktes oder des großen Buchverkaufs der Stadtbibliothek durchstöberten, über die getanzte Kampfkunst „Capoeira“ staunten oder sich von virtuos erzählten musikalischen Geschichten auf Jazzgitarre und Pi Pa in deren Bann ziehen ließen. Im Museum für Naturkunde kamen nicht nur die Hobby-Paläanthropologen bei spannenden Gesteinsexperimenten auf ihre Kosten. So sahen die jungen Nachwuchsforscher leuchtende Skorpione als geisterhafte Erscheinungen oder probierten sich als Präparatoren von Schmetterlingen aus. 2.674 Kunstinteressierte besuchten die Ausstellungen von Olaf Wegewitz und Judah Passow in der Neuen Sächsischen Galerie.
Auch hier waren der Kreativität des jungen Publikums beim Basteln eines Buchobjektes keine Grenzen gesetzt.
 
Anlässlich des Wissenschaftsjahres 2012 zum Thema „Zukunft Erde“ drehte sich das Programm des Sächsischen Industriemuseums Chemnitz um das Motto „Nachtstrom & Biorhythmen“. Vorführungen und Mitmachangebote zu regenerativen Energien oder zu alternativen Fahrzeugantrieben waren ebenso zu erleben, wie ein audiovisuelles Konzerterlebnis der Band „shortfilmlivemusic“.
 
Im Museum für sächsische Fahrzeuge Chemnitz stand „Meine Fahrzeuggeschichte“ im Mittelpunkt. Dort waren eigene interessante Erfahrungen und Exponate zum sächsischen Fahrzeugbau gefragt. In einem Bildervortrag gab es Wissenswertes zur Geschichte des Chemnitzer Motorradbauers „Schüttoff“ zu erfahren. Im Straßenbahnmuseum Chemnitz luden physikalische und chemische Experimente Wissenschaftler von Morgen zum Mitmachen ein. Außerdem gab es Einblicke in 90 Jahre Stadtomnibus und in die Chemnitzer Straßenbahngeschichte.
 
Bewunderungswürdig war im Deutschen SPIELEmuseum Chemnitz die Kreativität und Phantasie, die Hobbybastler der ehemaligen DDR beim NACHmachen von Spieleklassikern wie „Monopoly“ oder „Igel und Hase“ an den Tag legten – vorgestellt in einer Sonderausstellung, durch welche die Projektinitiatoren von „NACHGEMACHT – Spielekopien aus der DDR“ selbst führten. Ebenso viel besucht war die Ausstellung zum Kugelbahn-Spielesystem „cuboro“, in der man, wie im gesamten Museum, nach Herzenslust spielen konnte.
 
Beim Ausflug in das wunderschön gelegene Wasserschloß Klaffenbach wartete neben Führungen über den Wendelstein und der fünften UNICATE – Ausstellung mit eindrucksvollen Studienarbeiten von Kunsthandwerkern verschiedenster Gewerke die „Nacht der kinetischen Monster“ mit einem Räderwerk der Phantasie aus Mystik, Mechanik und geheimnisvollen Klanginterpretationen auf.
 
Auf der nächtlichen Museumstour im Stadtteil Ebersdorf – der mehr als 3.000 Interessierte folgten – konnten die großen und kleinen Eisenbahnfans die größte Dauerausstellung von Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven im Sächsischen Eisenbahnmuseum bestaunen oder selbst auf dem Führerstand einer Diesellok mitfahren. Die „Ständigen Ausstellung Flak-Kaserne Ebersdorf“ präsentierte die Geschichte der Kasernenanlage. Informationen über Fundmunition sowie Waffen des 20. Jahrhunderts und geschichtsträchtige Fahrzeuge von Militär, Polizei und Rettungskräften zum Anfassen ergänzten das Programm. Historische Exponate des Kurbades Bad Elster und mechanische Bilderbücher wurden im Ebersdorfer Museumsspeicher vorgeführt und erläutert. Ein Stundenplan voller Spannung entführte die Besucher des Ebersdorfer Schulmuseums in längst vergangene Zeiten, bereichert durch die Vorführung chemischen Kuriositäten.
 
Das Sonderprogramm der elf beteiligten Galerien, Kunstvereine, Kirchen und Einrichtungen mit einem ausgewählten Angebot aus Kunst- und Geschichtsausstellungen, Führungen, Künstlergesprächen und Livemusik besuchten rund 3.300  Wissbegierige. Besonders großen Zuspruch fanden die musikalischen Darbietungen in den Kirchen sowie die Angebote der Stasiunterlagenbehörde und der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See in Rabenstein.
 
Dass das einmalige Gemeinschaftsprojekt „Chemnitzer Museumsnacht“ auch 2012 wieder ein besonderes kulturelles Erlebnis werden konnte, ist dem Engagement aller in konstruktiver Zusammenarbeit wirkenden beteiligten Partner in den Museen, Galerien, Vereinen und Einrichtungen sowie bei der CVAG und der City-Bahn Chemnitz und der wertvollen Unterstützung durch die Sponsoren Sparkasse Chemnitz und LICHTBLICKE GmbH zu danken.
 
 
 

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